Bei diesem Namen kann sich nun wirklich niemand vorstellen, welche Art Musik dahinter steckt. Auch das Cover bietet keine weiteren Hinweise, außer daß es wohl kein Held-jagt-Drache-Metal sein wird. Das ist gut so, denn die relativ unbekannten Tscheschen wollen nicht so recht in eine Schublade passen: Zu schnell für Doom, zu abwechslungsreich für Gothic, viel zu hart für Gruft-Musik, zu eingängig für Progressive und zu melodiös für Death Metal, zu originell für klassischen Truhen Metal. Und das macht auch die große Stärke dieser CD aus: Hier wird aus allen Richtungen aufs heftigste kombiniert. Und das Beste dabei: Es passt auch noch zusammen. Beispielsweise der Opener "Lost": Beginnt wie ein typisches Prog Metal-Stück, um plötzlich mit zweistimmigen Gesang (dunkle Waveartige männliche Stimme und eine hohe glasklare Frauenstimme) in die Gothic-Ecke zu wandern. Mit Ende des zweistimigen Gesangs setzt dieses typische Death/Black Rumgekotze ein. Danach wiederholt sich das instrumentale Motiv von Anfang des Stückes, aber diesmal mit den Knüppelmetal-Growls. Und das alles in 5:22 Minuten bei fliessenden, schlüssigen Übergängen. Ein berauschender Spannungsbogen. Oder auch "Korbel", das dritte Stück versprüht durch die Folk-Einflüsse slawisches Flair und wirkt dabei höchst originell. Um die ganzen Überraschungsmomente (wie die Querflöte in "Spiritual") der CD aufzuzählen würde das Review mehrere Seiten lange werden. Immer wieder gibt es aufregende Details zu entdecken. "Anasazi", benannt nach einen alten Indianerstamm, der in den Grand Canyos lebte, ist eine Reise durch alle denkbaren Spielarten des Metal und von daher auch nur Leuten nahezulegen, die sehr offenen sind und sich durch unkonventielle Elemente nicht abschrecken, sondern eher faszinieren lassen und die Zeit mitbringen sich mit dieser Perle auch intensiver auseinander zu setzen. Leider lagen mir keine Texte vor, doch wie ich diversen Interviews entnehmen konnten, beschäftigen sich die Texte verschiedenen mit Abschnitten der Menscheitsgeschichte. Klingt interessant und dürfte eine ähnlich hohe Qualität wie die musikalische Seite habe.
Sollte der aufgeschlossene Metaller auf jeden Fall gehört haben. 9 Punkte.
1.) Lost
2.) Angealism
3.) Korbel
4.) Masterless
5.) Sown
6.) Spiritual
7.) The Mass
8.) Phantomeous
9.) Voices
Richard Chrobok – guitars, 6-strings, accoustic guitar, growls
Pavel Herich – guitars, 12-strings, accoustic guitar, vocals
Hanka Vanková – synthesizers, jew´s harp, whisper
Tom Cieply – bass
Radim Chrobok – drums, bongos, screams, voices
Marek Dihel – bass vocals, choir
9.0 Punkte von LEX (am 10.10.2001)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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