Boahhh !!! – Was für ein Brett !!! ... aber schön langsam und der Reihe nach: VITAL REMAINS waren für mich immer eine der Ausnahmebands im Bereich `etwas derberer Death Metal`. Unvergessen ist der Klassiker „Let Us Prey“ aus dem Jahre 1992, welcher zu meinen 30 besten Scheiben überhaupt zählt ...
Schönes 2-minütiges Intro ... Der berühmte Chor aus Orffs Carmina Burana und eine nette kleine Geschichte übers Kreuzigen und so – und schon bricht die (garantiert dechristianisierte) Hölle im wahrsten Sinne des Wortes herein. Was das Trio von der Ostküste hier zelebriert, ist ohne Frage vom Aller-allerfeinsten: Wuchtige Arrangements, Todesriffs, die sich sofort in die Innereien fräsen, tolle Songideen, hohe Abwechslung und Spielfreude und eine geradezu unglaubliche Brutalität zeichnen dieses Album aus. Daß man DEICIDE-Bösewicht Glen Benton als Grunzer gewinnen konnte, rundet das Bild ebenfalls nach oben hin ab. Die CD ist wie aus einem Guß – es wird nach allen Regeln der Kunst geprügelt, als gäbe es kein Morgen.
Das fast 9-minütige Titelstück zieht bereits sämtliche Register und läßt den ungläubig grinsenden Hörer mit blutenden Ohren, winselnd und sabbernd und mit zerzauster Haarpracht (falls vorhanden) zurück. Doch es kommt noch besser: Das sehr brutale „Infidel“ erinnert vom Songaufbau ein wenig an DEICIDE; herrlich schnell scheppern die Snares – schöner Moshpit-Schubser. „Devoured Elysium“ (Herrliches sich den ganzen restlichen Track wiederholendes Riff nach 1 ¾ Minuten) macht genauso wenig Gefangene, wie das etwas schleppendere „Saviour To None … Failure For All”. Bei “Unleash Hell” werden dann noch ein paar zusätzliche Dämonen freigelassen, die sich ungezwungen unters Partyvolk mischen und ordentlich Stimmung machen – ebenfalls ein Kracher allerbesten Kalibers. Bei „Rush Of Deliverance” darf der gute Glen zeigen, was er drauf hat: Er gurgelt, grunzt und schreit sich die Seele aus dem Leib, falls er noch eine haben sollte. Derart in Rage setzt Glen bei „At War With God“ noch einen drauf und übertrifft sich selbst – seismobrutal !!!
Der Zehnminüter „Entwined By Vengeance“ läßt dann nochmals in unnachahmlicher Manier alle Tugenden Revue passieren, die diese Ausnahmeband und ihr bis dato bestes Album auszeichnen ... mehr davon !!!
Bei aller Brutalität ist allen Stücken eine gewisse Melodik eigen, die für Eigenständigkeit sorgt und das Ganze nachvollziehbar und so einzigartig macht. Ich habe selten eine Scheibe gehört, wo der Spagat zwischen Brutalität und Melodien so gut gelingt, wie auf dieser CD.
Unnötig zu erwähnen, daß der Sound (Morrisound Studios) ebenfalls keinen Vergleich scheuen muß: “Druck !!! – Das ist Druck-Musik !!!“ (- Erkan und Stefan -).
Fazit: Eine ohne Ende killende Mörderscheibe, die jeder halbwegs ernsthafte Härtner haben MUSS. Anspieltip: JEDES STÜCK. Ohne jede Diskussion die Höchstnote und ein würdiger Vertreter für meine 150. Besprechung.
Tracklist:
1. Let The Killing Begin (1:59)
2. Dechristianize (8:56)
3. Infidel (6:18)
4. Devoured Elysium (5:44)
5. Saviour To None … Failure For All (6:37)
6. Unleash Hell (5:58)
7. Rush Of Deliverance (7:08)
8. At War With God (7:55)
9. Entwined By Vengeance (10:01)
Line Up:
Tony Lazaro – Guitars
Glen Benton – Vocals
Dave Suzuki – Bass, Drums and Lead Guitars
Discography:
1989 – Reduced To Ashes (Demo)
1990 – Excruciating Pain (Demo)
1991 – Black Mass (7”)
1992 – Let Us Prey (CD)
1994 – Into Cold Darkness (CD)
1996 – Forever Underground (CD)
1999 – Dawn Of The Apocalypse (CD)
2003 – Dechristianize (CD)
Tracklist:
Lineup:
1. Let the killing begin
2. Dechristianize
3. Infidel
4. Devoured elysium
5. Savior to none...failure for all
6. Unleash hell
7. Rush of deliverance
8. At war with god
9. Entwined by vengence