So ... der neueste Streich der englischen Recken rund um den verrückten Dani Filth ist da.
Schöner 'Das Omen'-ähnlicher Chor, unterlegt mit leicht dissonanter Orchestermusik, leitet das Opus ein. Laut Presseinformation wurden diesmal keine Kosten und Mühen gescheut, um die umfangreichen Ideen der Skandalrecken (ihre exzessiv in Szene gesetzten erotischen Fantasien sind zwar nicht jedermanns Geschmack, aber mir sagt das Motto 'Blut und Erotik' deutlich mehr zu als 'Blut und Ehre' ...) umzusetzen. So kann man bei "Damnation And A Day" durchaus von einem Konzeptalbum sprechen, geht es doch um die uralten Themen 'Vertreibung aus dem Paradies' und Apokalypse. Dieser Grundtenor wird von drei Instrumentals umgesetzt, welche von einem eigens dafür beauftragten Arrangeur in klassische Partituren übersetzt wurden. Das Ergebnis wurde dann zusammen mit Chor- und Orchestermusikern in Budapest aufgenommen.
Und das Resultat kann sich wahrlich hören lassen !!! Leider liegt mir keine Tracklist vor, so daß ich einfach von den Stücken 1 bis 17 (!) sprechen muß. In Stück 2 kommen gleich alle C.O.F.-typischen Trademarks zum Tragen, als da sind: eine sehr morbide und misantrophische Grundstimmung – transportiert durch Danis Kreisch- und Flüsterorgien, einen soliden Bass- und Drumteppich, sowie abwechslungsreiche Gitarren- und dezente Keyboard-Arbeit. Sehr schön sind die häufig eingestreuten stets ins Dissonante abdriftenden Orchesterparts, welche sich gut ins Gesamtbild integrieren. Stück 3 ist in etwa gleich angesiedelt, wohingegen der nächste Track deutlich düsterer daherkommt. In wechselnden Tempi geht es engagiert und gänsehauterzeugend von einem Höhepunkt zum anderen. Das Stück ist wie der Soundtrack zu einem sehr morbiden und erstaunlich realistischen Alptraum, den ich vor ein paar Tagen hatte. Da ging es um einen uralten Dämon, welcher wiedererweckt wurde und ... aber lassen wir das ;-)
Stück fünf ist eines der erwähnten klassischen Arrangements. Der Chor der toten Seelen steigert sich mit dem Orchester fast schon ins Wagnerhafte, bevor der Erzähler ein hübsches Kapitelchen von wegen Schlange und Paradies zum Besten gibt. Das sechste Stück zieht dann wieder alle Register – das übertrifft sogar die Tracks auf meinem bisherigen Lieblingsalbum "Midian" ... – bisher klar bestes Stück.
Gothic-hafte Klänge läuten das siebte Stück ein, welches aber sehr schnell ins gewohnte Fahrwasser findet. Hier zieht Dani alle Register seines unglaublichen Stimmrepertoires. Das Stück ist vergleichsweise schnell, aber nie frickelig. Stück 8: Hymne !!! Man höre sich nur diese Läufe und all die Ideen an. Stück 9: Klassische Überleitung, diesmal aber andante. Das zehnte Stück bietet einen fulminanten Rundumschlag, welcher sich in einem unglaublichen Bogen dahinzieht. Hier haben sich C.O.F. wirklich selbst übertroffen ! Und so geht es ohne den Hörer zu schonen weiter ... ein Juwel jagt das andere. Die lange Wartezeit seit dem letzten regulären Studioalbum, "Midian" hat sich in der Tat gelohnt.
Stück 11 gefällt mir wegen seiner gleichzeitig transportierten Härte und Brutalität zusammen mit filigraner Instrumentierung gepaart mit Gänsehaut-Chorus bisher mit am Besten. Aber eigentlich ist es müßig einzelne Stücke hervorzuheben. Vielmehr gilt es diese CD als Gesamtkunstwerk zu würdigen, welche ich jedem ernsthaften Metaller, der nicht nur verbissen seine breiig aufgenommenen True-Black-Metal-Scheiben hört, wärmstens ans schwarze Herz legen kann. Bei aller zum Teil berechtigten Kritik an Kommerzreiterei z.B. auch von C.O.F.: Veröffentlichungen wie diese sind es, die unserer Musik zur Abwechslung auch mal ein paar positive Schlagzeilen verschaffen und dagegen kann doch keiner was haben, oder ? Ich werde mich auf jeden Fall freuen, wenn sie es mit "Damnation And A Day" in die Charts schaffen ...
Manche können mit C.O.F. ja gar nichts anfangen, doch ich war schon immer ein Fan ihrer extravaganten und sehr eigenständigen Musik. Daher gibt es ohne wenn und aber die Höchstnote für ihr bislang ambitioniertestes Werk. Hut ab !!! Die Scheibe kommt jetzt erstmal ins Auto und bleibt dort ...
Line-Up:
Dani Filth – Gesang
Paul Allender – Gitarre
Dabid Pybus – Bass
Martin Powell – Keyboard, Violine
Adrian Erlandsson – Schlagzeug
Diskographie:
The Principle Of Evil Made Flesh, 1994
Vampire (Dark Faerytales In Phallusstein), MCD, 1996
Dusk And Her Embrace, 1996
Cruelty And The Beast, 1998
From The Cradle To Enslave, MCD, 1999
Midian, 2000
Bitter Suites To Succubi (mit neuen Songs und Re-Recordings), 2001
Lovecraft & Witch Hearts, Best Of, 2002
Live Bait For The Dead, Live-CD, 2002
Damnation And A Day, 2003
Tracklist:
Lineup:
1. A bruise upon the silent moon
2. The promise of fever
3. Hurt and virtue
4. An enemy led the tempest
5. Damned in any language (a plague on words)
6. Better to reign in hell
7. Serpent tongue
8. Carrion
9. The mordant liquor of tears
10. Presents from the poison-hearted
11. Doberman pharaoh
12. Babalon A.D. (so glad for the madness)
13. A scarlet witch lit the season
14. Mannequin
15. Thank god for the suffering
16. The smoke of her burning
17. End of daze
10.0 Punkte von WARMASTER (am 13.02.2003)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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