Mittelalterliche Musik erlebt in Deutschland seit Subway to Sally und In Extremo einen unglaublichen Boom. Neben vielen hochtalentierten Band, finden sich immer wieder recht unnötige Veröffentlichungen, die dennoch ihre Käuferschicht finden.
Umso beachtlicher, dass in deutschsprachigen Magazinen und Seiten fast nie der Name "Garmarna" fällt. Sprachlich versierte Leser werden schon erraten haben, dass Garmarna aus Schweden sind. In der nordgermanischen Mythologie ist Garm der Hund der Totengöttin Hel und der Dämon Unterwelt, der am Fluß Gjöll den Eingang zur Unterwelt bewacht. Ausserdem kündigt er die Ankunft Ragnaröks an, indem er heulend aus seiner Behausung kriecht. Vergleichbar ist diese Figur mit Kerberos aus der griechischen Mythologie. "-arna" wird in der schwedischen Sprache an ein Wort angehängt, um den Plural mit einem bestimmten Artikel auszudrücken. Also frei übersetzt: Garmarna = Die Höllenhunde. Wer jetzt denkt, die Schweden spielen Black oder Death Metal liegt völlig falsch. Vielmehr lässt sich dieser Stil als traditionelle nordische Folklore bezeichnen. Seit der Veröffentlichung der ersten CD 1993 haben Garmarna sich neben der unglaublichen Qualität ihrer Musik auch durch permanente Weiterentwicklung einen Namen gemacht. Keine CD klingt wie die andere.
"Guds spelemän" (Gottes Spielmannsleute) erschien bereits 1996 und ist aus der Discographie der Schweden die CD, die am nächsten zu metallischen Klängen liegt und vor allem wegen der darauf enthaltenen Songs wie "Herr Mannelig" und "Vänner och Fränder" am ehesten zum Kennenlernen der Band geeignet ist. So wie in meinem Fall.
Die beiden o.g. Songs sind zufälligerweise auch die ersten beiden auf der CD und wer die Versionen von z.B. in Extremo kennt, wird sehr schnell merken, dass Garmarna um Welten besser sind. Zum einen liegt dies an der charismatischen, kristallklaren Stimme von Sängerin Emma Härdelin. Niemand singt das gerollte r besser als diese Dame. Der andere Grund ist darin zu suchen, dass meiner Meinung nach nur Muttersprachler in der Lage sind schwedische Texte perfekt zu intonieren. Nur so wie hier und nicht anders darf sich ein schwedisch gesungener Text anhören. Hier passt der textliche Inhalt 100prozentig zur Musik und zur Ausdruckskraft von Emma Härdelin. Und genau mit dieser Klasse gehen mit Ausnahme des sonderbaren Instrumentals "Halling från Makedonien" auch die anderen Stücke weiter. Erwähnenswert ist in meinen Augen noch "Herr Holger", das neben den o.g. Stärken unheimlich druckvoll, hart und energiegeladen aus den Boxen dröhnt.
Eine zu 98% Prozent überragende CD, die ohne das Instrumental 10 Punkte verdient hätte. So bleiben leider nur 9,8 Punkte. Aber diese CD ist trotzdem das Paradebeispiel von "Must Have".
Tracklist :
01) Herr Mannelig (Sir Mannelig)
02) Vänner och Fränder (Friends and Kin)
03) Halling från Makedonien (Halling from Macedonia)
04) Min Man (My Husband)
05) Hilla Lilla
06) Varulven (Werewolf)
07) Drew Drusnaar/Idag som igår (Today as before)
08) Njaalkeme (Hunger)
09) Herr Holger (Sir Holger)
10) Guds Spelemän (The Fiddlers of God)
Gotte Ringqvist, guitar, violin and backing vocals
Rickard Westman, guitar, bass, e-bow
Emma Härdelin, vocals
Jens Höglin, drums, percussion
Stefan Brisland-Ferner, violin, hurdy-gurdy and sampler.
10.0 Punkte von LEX (am 24.11.2002)
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musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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