Zottelbart Paul Speckmann ist derzeit ganz schön umtriebig: Nur kurz nach seiner Werkschau “Masterpieces“ präsentiert uns der Meister flugs ein niegelnagelneues Album, welches auf den schönen Titel „Four More Years Of Terror“ hört.
Auf mehr als einer Stunde zeigt der Paule allen Nu- und sonstigen Möchtegern-Metallern, wo der vielgerühmte Hammer hängt – ein kleiner Hit jagt den anderen, und das bei einem überaus druckvollen Sound.
Und hier sind wir auch schon bei der Essenz, bei den Zutaten, welche den Old School Death Metal, der einfach nur Fresse kickt, ausmachen: Das durch nichts zu ersetzende Händchen für Melodien und ausgewogene Arrangements, gepaart mit unnachahmlichen Riffs, einer guten sich stets auf der Höhe des Geschehens befindlichen immerfort treibenden Rhythm Section und Pauls charismatischer Guttural-Stimme.
Mit Alex an der Klampfe und Zdenek an den Drums scheint sich nunmehr auch ein stabiles Line-Up gebildet zu haben, mit dem das Trio noch viel Schrecken und Vernichtung säen wird.
Anspieltips: Das bodenständige ‚All we’ve become’, das fesselnde ‚Betrayal’ (eingängiges Grundmotiv, toller Refrain), das nicht zuletzt wegen des Gesangs ein wenig an MOTÖRHEAD erinnernde ‚Hell Probably Win’, das sensationelle, eingangs und ausgangs sehr psychedelisch daherkommende und an alte BLACK SABBATH erinnernde ‚Lined Up And Punished’ und das abschließende rotzfreche ‚Everything Is Rotten’.
Manch einer mag die relative Einfachkeit bemängeln, mit welcher die Songs über weite Teile gestrickt sind, aber für mich macht genau diese Attitüde einen Großteil des Reizes aus und läßt ein ums andere Mal die glorreichen Zeiten Anfang der 90er auferstehen, als der Death Metal frisch den Windeln entstiegen war.
Zudem läßt sich der Begriff „Einfachkeit“ relativ einfach durch „Eingängigkeit“ ersetzen, ohne daß dadurch etwas Unzutreffendes gesagt würde ...
Bei aller Achtung vor der Qualität des Albums gefällt mir der 2004er Streich „The Spirit Of The West“ aber trotzdem noch einen Tick besser, vielleicht weil dieses Album noch eine Spur dreckiger ist und mehr rotzige Rock’n’Roll-Elemente enthält.
MASTER befindet sich aber nichtsdestotrotz auf dem rechten Weg und erhält von mir 8 Punkte für „Four More Years Of Terror“, einem Album, welches zu den besseren Death-Metal-Scheiben gehört und für lange Zeit zu fesseln vermag.
Zum Schluß sei noch angemerkt, daß der Meister demnächst zusammen mit den wiederauferstandenen GOREFEST quer durch Europa tourt.
Tracklist:
1. Race To Extinction
2. Shoot To Kill
3. All we’ve become
4. Does One Feel Pain
5. Betrayal
6. Hell Probably Win
7. Can The US Be So Great
8. Lined Up And Punished
9. Blind Hatred
10. Line To Kill
11. Special Skills
12. To Fight And Die
13. Everything Rotten
Line-Up:
Paul Speckmann – Vocals, Bass
Alex “93” Nejezchleba – Guitar
Zdenek Pradlovsky – Drums
Diskographie:
1990: Master (CD)
1991: On The Seventh Day God Created … (CD)
1993: Collection Of Souls (CD)
1998: Faith Is In Season (CD)
2001: Follow Your Savior (EP)
2002: Let’s Start A War (CD)
2003: - Unreleased 1985 Album – (CD)
2004: The Spirit Of The West (CD)
2005: Masterpieces (CD)
2005: Four More Years Of Terror (CD)
8.0 Punkte von WARMASTER (am 21.11.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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