Es ist noch gar nicht mal so lange her, dass die drei Schweden mit ihrem selbstbetitelten Debüt den Beweis angetreten haben, dass skandinavischer Power-Metal nicht wie Hammerfall klingen muss. Sensationell war die Scheibe vor allem, weil die metallischen Wurzeln der Mitglieder eben nicht im Power-Metal lagen. Kurzum: Das Falconer-Debüt war eine Klasse machte massig Lust auf mehr. Bemerkenswert war ebenfalls die Tatsache, dass die Einflüsse skandinavischer Folklore sehr dezent, aber unglaublich effektiv eingesetzt wurden. Das Songmaterial war grausam gut, ein Feuerwerk höchster Metalkunst. Nicht von ungefähr kommt es, dass sich das Debüt noch immer in den oberen Rängen diverser Lesercharts tummelt. Falconer haben nun knapp ein Jahr später das Kunststück fertig gebracht, ein weiteres Glanzlicht zu setzten. Der Nachfolger ist mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser als das Debüt. Vor dem ersten Hören hatte ich zwar diverse Stimmen gehört, die meinen, dass man sich mit dieser Scheibe länger beschäftigen muss und die Songs etwas komplexer sind. Letzterem Punkt stimme ich zu, aber diese Scheibe fesselt vom ersten Ton an und hört sich 100 Prozent nach Falconer an. Technisch perfekt, wuchtiger Sound und eben diese faszinierende Melodien. Das Trio um Stefan Weinerhall hat das Tempo etwas gedrosselt und die folkigen Einflüsse stärker betont. Warum nicht? Die Scheibe sollte auch kein Plagiat werden.
Veredelt werden die Tracks von der druckvollen, ausdrucksstarken eines außergewöhnlichen Sängers namens Mathias Blad. Langweilig wird die Scheibe zu keinem Zeitpunkt. Beispiele gefällig? Der Opener „Decadence Of Dignity“ geht ab wie Fury im Galopp, „Enter The Glade“ ein wuchtiger Mid-Tempo-Stampfer ganz in der Tradition des Hammer „Mindtraveller“ von Vorgänger. Dann das folkloristisch angehauchte „Lament Of a A Mistrel“. „For Live and Liberty“ ein klassischer Power-Metal-Track, das theatralische „The Clarion Call“ mit
mit Killerriffs und einem hymnenhaften Refrain, „Busted To The Floor“ mit legerer Hammond-Orgel und etwas 70er Jahre Flair und und und....
Wenn das Album dann die erste Runde absolviert hat, kommt man kaum noch los von der Scheibe und möchte nichts anderes mehr hören. Ein echtes Highlight im noch jungen Jahr und eine Scheibe, die jeder Power-Metaller sein Eigen nennen sollte, ja muss. Schade nur, dass diesmal alle Texte ausschliesslich auf Englisch sind, wo doch Schwedisch so eine kultige Sprache ist. Trotzdem: Fette 10 Punkte.
1. Decadence of dignity
2. Enter the Glade
3. Lament of a minstrel
4. For Life and liberty
5. We sold our homestead
6. The clarion call
7. Portals of light
8. Stand in veneration
9. Busted to the floor
Mathias Blad- Vocals and Keyboard
Stefan Weinerhall- Guitars and bass
Karsten Larsson- Drums
Tracklist:
Lineup:
1. Busted to the floor
2. Decadence Of Diginity
3. Enter the glade
4. For life and liberty
5. Lament of minestrel
6. Portals of light
7. Stand in veneration
8. The clairon call
9. We sold our homestead
10. En kungens man (Bonustrack only on JAP-version)
musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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