Wenn man sich als Metaller in der Vergangenheit allenfalls sporadisch mit der Hardcore-Szene auseinandergesetzt hat, kommt man bei Veröffentlichungen wie dieser hier aus dem ungläubigen Staunen mit sich anschließendem Schmunzeln gar nicht mehr heraus. Aber von vorn:
Die Jungs aus Cleveland geistern bereits seit 1991 in der Szene herum, lösten sich zwischenzeitlich auf, waren aber nie wirklich weg vom Fenster. Wohl auch nicht zuletzt aufgrund der mangelnden Szene-Präsenz, aber sicher auch wegen Ihrer musikalisch konsequenten Haltung, hat sich die Band über die Jahre hinweg einen fast schon legendären Ruf aufgebaut. Neben dem vokalen Aushängeschild der Band, dem „menschlichen Hochofen“ The Human Furnace, der sich über die gesamte Länge der Platte buchstäblich die Seele aus dem Leib kotzt, gehört auch Gitarrist und Hauptsongwriter Frank „3 Gun“ Novinec von den Lausbuben TERROR zum Original-Line Up.
Will man nun Näheres zum Sound der Jungs erfahren, wirft man zunächst einen Blick in das beiliegende Info-Sheet. Dort liest man Dinge wie: „Hardcore, like Hardcore was meant to be“ oder „…leicht metallisierte, mies gelaunte Old School-Attacken“. Wenn man die Scheibe dann allerdings in den Player schmeißt, wird einem über weite Strecken lupenreiner und wieselflinker Speed-/Thrash-Metal um die Ohren gehauen, dass es nur so kracht. In knapp 28 Minuten werden hier 13 Hasstiraden entfesselt, die kein Auge trocken lassen. In den richtigen Momenten drosselt man das Tempo und streut feist groovende Moshparts ein. Unspektakulär? Mag sein. Langweilig? Keinesfalls! Mitreissend, headbangend, biertrinkend!!! Anspieltipps: „No one dies alone“, „Death is not an option“ oder der rabiate Titelsong. Der Rest des Materials fällt kaum ab. All the time straight in your face!
Irgendwie erinnern mich RINGWORM an neuere EXPLOITED, aber auch an klassische EXODUS. Ich mag mir nicht einmal verkneifen, „Justice Replaced By Revenge“ als eine zeitgemäße Version des legendären „Bonded by blood“- Scheibchens zu bezeichnen. Und wenn man die Jungs auf nem Promofoto dann auch noch mit VENOM - und KING DIAMOND-Shirts rumposen sieht, schließt sich der Kreis sowieso wieder und es wird einem einmal mehr klar: Metal und Hardcore sind einfach untrennbar!
7.5 Punkte von Schneider (am 13.10.2005)
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musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
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