Kurioses aus Belgien. Eine Firma mit dem krassen Namen „King Kong Promotion“ beglückt uns mit dem Debüt der Formation The Guardian. Na ja, Debüt ist gut. Mit „Imagination“ (1999) und „Don’t want you“ (2001) gab es bereits zwei Demos für die Bandhistorie zu verzeichnen. „Dragonland“, das inzwischen auch schon zwei Jahre auf dem Buckel hat, ist wohl der erste Longplayer der Truppe. Die arbeitet bereits an Songs für den Nachfolger, will uns aber dennoch mit diesem Produkt konfrontieren. Das lasse ich zunächst sehr gern mit mir geschehen, klingt doch der nach einem Intro eröffnende Titelsong verdächtig nach Omen. Schade, dass wir es hier mit einer echt miesen Produktionsarbeit zu tun haben, sonst könnte „Dragonland“ gehörig krachen. Doch was ist das? Im zweiten Song „Lords of eternity“ machen die belgischen Jungs erst mal auf Mittelalter, bevor sie uns Scorpions Rock’n’Roll um die Ohren knallen. In der Strophe rutscht der Song dann in klassischen True Metal a la Manowar oder frühe Grave Digger, ohne allerdings deren Eier zu haben. Zeit für einen Blick auf das Foto auf der Albumrückseite. Das spiegelt genau die eben beschriebene Musik wieder. Da stehen vier Herren in Motorradrocker Lederkluft im Sonnenschein, und posen mit ihren Brillis. Statt ihrer chromblitzenden Stahlpferdchen stemmen die Recken aber lieber Schwerter und Schild. Sieht nett aus, vor allen Dingen zusammen mit den Biker Stiefeln. Bei „Desert Storm“ kommt mir der Gedanke, dass Luke Lambrechts das Singen vielleicht doch lieber jemand anderem überlassen sollte. Seine Stimme wird ziemlich dünn, wenn er seine Lieblingsoktave in die eine oder die andere Richtung verlässt. Die extremen Timingschwankungen beim Acceptlastigen „See me coming“ machen keinen Spaß. Irgendwie bildet sich nach und nach der Eindruck, dass das Songwriting auch etwas einfallsreicher sein könnte. Scheinbar haben wir es hier mit einer Band aus der dritten oder vierten Reihe zu tun, die sich besser noch nicht mit den Produkten der professionellen Konkurrenz messen sollte. Manches bleibt lieber noch eine Weile in den verrauchten Bars und Kellerkneipen, um zu reifen. In der Dauer des zweiten Durchlaufes wandert meine Hand ein ums andere Mal zur Skip Taste, und das ist kein gutes Zeichen. Nach anfänglicher Verzückung, die gern etwas mit Kultcharakter erschnuppern wollte, muss ich doch zu diesem Schluss kommen: „Dragonland“ ist unterdurchschnittlicher, schlecht produzierter Metal mit Hardrockversatzstücken und Warrior Gehabe. Braucht man nicht, diese Scheibe. Vor allen Dingen nicht die beinahe unerträgliche Ballade „The reason“. Sorry! Vielleicht wird die nächste besser. Ich drücke den Jungs die Daumen.
3.5 Punkte von Christian (am 15.08.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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