Mistress (Großbritannien) "In disgust we trust" CD
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Mistress aus Birmingham grinden im wahrsten Sinne des Wortes schon länger (seit 1999) im Underground rum und hauen nach zwei Alben auf einem Underground-Label nun Ihr Earache-Debut raus. Geboten bekommt man ein facettenreiches Rumpel-Pumpel aus Grind, Death-Metal und Hardcore-Punk. Der Vollständigkeit halber sollten auch die personellen Querverweise zu Benediction, Anaal Nathrakh und Frost erwähnt werden.
Nach Einfuhr des Openers „In disgust we trust“ war ich erst einmal etwas verwirrt, hatte ich doch gleich mit einer ordentlichen Grind-Hacke gerechnet. Weit gefehlt. Auf einem guten Drittel der Scheibe wird nämlich stampfendes Midtempo gefahren, das vom Groove-Faktor her und auch wegen den an L.G. Petrov erinnernden Growls von Sänger Dave Cunt (…) häufig Assoziationen zu neueren, aber auch ganz alten Entombed aufwirft. Beim zweiten und dritten Song gibts dann aber wie erwartet ganz räudig auf die Kauleiste mit herrlich stumpfen Blastbeats und kranken Screams, die sich mit den Growls in etwa die Waage halten. Bei „Static“ gibts dann plötzlich einen Heavy-Metal-Part mit melodischen Gitarren und hohem Gesang, was aber irgendwie sogar ganz gut kommt.
Hier macht sich allerdings schon bemerkbar, was Mistress auch zu einem kleinen Teil ausmacht: Nämlich den typisch britischen Humor. Immer wieder finden sich mal mehr mal weniger sympathische Reminiszenzen an Metal-Kultbands. Bei „Talking to god (on a microphone made of steel)“(…) etwa streut man neben Cronos-artigen Vocals auch einen kurzen Halford-Eierkneifer-Schrei ein. Bei “Whiskey tastes better...” versucht man sogar den kompletten Chorus lang die Falsett-Stimme des Diamantenkönigs zu imitieren (oder parodieren?). Immer wieder gern gehört sind hingegen die Celtic Frost-typischen „Uhs“, die immer wieder auftauchen.
Mit dem letzten Song „Shovel“ gießt man dann zum Abschluss noch 15 Minuten lang brodelnde Doom-Lava in die geneigten Hörmuscheln. In den letzten paar Minuten des Stücks werden die Doomsalven durch pfeilschnelle Blasts überlagert, was einfach genial kommt und das Album würdig abschließt.
Sieht man mal von dem etwas zweifelhaften Humor der Jungs ab, bleibt am Ende ein herrlich abwechslungsreiches, ballernd produziertes und modernes Grindalbum, was sowohl Old-School-Freunden von Pungent Stench, Napalm Death und Co. als auch Fans von neuerem Geprügel der Marke The Red Chord oder Black Dahlia Murder gut reingehen sollte. Macht Laune!
7.5 Punkte von Schneider (am 13.08.2005)
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musikalischer Background des Verfassers 80`s Metal, Old School Thrash, Brutal & Technical Death, Metalcore, Hardcore, Mathcore, Hardrock, Melodic Rock/AOR, Prog-Metal
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