Eine der kultigsten und derbsten Krachkapellen der Niederlande meldet sich mit ihrem zehnten Longplayer zurück. Sinister traten schon in den frühen Tagen das Gaspedal mächtig durch und begeisterten auf den Alben "Cross The Styx" (1992) und "Diabolical Summoning" (1993) mit obercoolen Riffsalven. Mein persönliches Favorite war und ist das folgende "Hate" von 1995. Der räudige Charme wich hier etwas ausufernden Songs und neuen, spieltechnischen Möglichkeiten. Noch deftiger fiel "Aggressive Measures" im Jahr 1998 aus, das die Mischung aus unbarmherzigem Groove und Geballer auf die Spitze trieb. Die beiden folgenden Alben mit der lieblichen Rachel Heyzer-Kloosterwaard am Mikro wirkten trotz aufgewerteter Optik der Band musikalisch eher enttäuschend. Irgendwie waren Sinister auch in der Folgezeit immer da, aber mit den ersten 4 Alben konnten die späteren Lonplayer nicht konkurrieren.
Auch im Jahr 2010 zeigen sich Sinister als brutale Derwische, die einfach keine Kompromisse zulassen, schaffen es aber endlich, an die Klassiker anzuknüpfen. "Legacy Of Ashes" ist satt produziertes Blastbeat Geschrote ohne Ende, die Riffs gewohnt eingängig und prägnant. So ganz falsch ist eine Bezeichnung wie "die europäischen Deicide" wohl nicht, obwohl auch Erinnerungen an Suffocation immer mal wieder wach werden, was erstlinig auf die kehligen Vocals von Aad Kloosterwaard zurückzuführen ist, der in den Jahren vor 2005 noch das sinistere Schlagzeug vermöbelte und nunmehr das einzige Originalmitglied der Band ist. Der Death Metal Maniac darf sich dennoch auf eine regelrechte Vollbedienung freuen, die 8 ausreichend abwechslungsreiche, aber nicht zu verspielte Songs plus Intro umfasst. Bereits "Into The Blind World" und "The Enemy Of My Enemy" machen deutlich, wie man urtypischen Death Metal in ein neues, brutaleres Zeitalter verfrachtet. "Anatomie Of A Catastrophe" ist eine gnadenlose Groovewalze á la "Embodiment Of Chaos" (Hate) oder "Into The Forgotten" (Aggressive Measures); und nicht nur die einleitende Basslinie des Titeltracks erinnert deutlich an "Sadistic Intent", dem Opener des 93er "Diabolical Summoning" Albums. "Righteous Indignations" ist rastloses, aber wirkungsvolles Gehämmer, das - wie auch das mit leicht verschrobener Rhythmik aufwartende "The Living Sacrifice" - ein wenig an das "Nihility" Album von Decapitated erinnert und somit Old School Brutalität mit frischer Coolness vermengt.
Mit Sinister ist also endgültig wieder zu rechnen. Jeder Death Metal Fan sollte sich also "Legacy Of Ashes" noch ganz kurzfristig auf die Wunschliste der erneut anstehenden Christkindkreuzigung krakeln und beim Genuss den Tannenbaum anzünden oder den Weihnachtsmann verprügeln. Mit "Legacy Of Ashes" wird das diesjährig frostige Weihnachten definitiv feurig.
Line Up:
Aad Kloosterwaard - Vocals
Alex Paul - Guitar
Bas Van Den Bogaard - Bass
Edwin Van Den Eeden - Drums
Tracklist:
Lineup:
1. Herd of Damnation (Intro)
2. Into the Blind World
3. The Enemy of My Enemy
4. Anatomie of a Catastrophe
5. The Sin of Sodomy
6. Legacy of Ashes
7. The Hornet's Nest
8. Righteous Indignations
9. The Living Sacrifice
9.5 Punkte von Horst_Sergio (am 19.12.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Drummer von Abyss Lord (Death Metal - RIP) / Day Of The Tentacle (Death Metal / Grindcore - RIP), aktuell: Crusher (Old School Speed Metal) hört gern: Metal von zart bis hart: Hardrock, Heavy, True, Speed, Power, Progressive, Thrash, Death, Grind
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