Yana Mangi ist in ihrer Heimat Schweden bzw. Lappland eine echte Größe und gilt als Königin des Jojk.
Jojk, das ist eine der ursprünglichsten Musikformen Europas, welche sich durch oftmals textlose Sangesmelodien, dargeboten mit einer speziellen Gesangstechnik auszeichnet und tief in der traditionellen Sàmi-Kultur verwurzelt ist. Ein Jojk kann eine musikalische Erzählung oder Beschreibung sein, ein Ritual oder zur Kommunikation zwischen Mensch und Tier dienen.
Yana Mangi sieht sich in der Tradition ihrer Vorfahren und damit als Botschafterin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit ihrer Musik einen Teil des kulturellen Erbes der lappländischen Ureinwohner zu bewahren und in die Welt hinaus zu tragen.
Das ist ein ehrenwertes Anliegen, welches man der Dame auch durchaus abnimmt, jedoch hapert es leider an der qualitativen Umsetzung in ihrer Musik, zumindest beim vorliegenden Produkt “Earth Shadow”.
Dieses Album hört sich an, als würden sich schwedische Hippies nördlich des Polarkreises zum gemeinsamen Volks-Musizieren zusammenfinden und dabei gleichzeitig ihren persönlichen Vorlieben fröhnen, welche überspitzt formuliert von Abba über Mike Oldfield bis hin zum Safri-Duo reichen.
Traditionelle, Welt- und Folkmusik wird hier mit triefender Pop- und Rockmusik gekreuzt. “Earth Shadow” kommt mit einer kantenlosen Produktion daher, klingt künstlich, konstruiert und wirkt in etwa so authentisch wie die LSD-Farbgebung auf dem Cover.
Wie man traditionelle Musik in ein modernes Gewand überführen kann und dabei mit Hingabe sowie Spiritualität tief und nachhaltig berühren kann, das haben u.a. Formationen wie Garmana, Wardruna, Tenhi, Hagalaz Runedance, Lumsk oder auch Metsatöll (die Liste ließe sich problemlos weiter führen) eindrucksvoll bewiesen.
Fazit: Hier klafft eine frappierende Lücke zwischen musikalischem Anspruch und Wirklichkeit, welche “Earth Shadow” zu einer dieser Veröffentlichungen macht, vor deren Anschaffung ich bedenkenlos abraten kann.
musikalischer Background des Verfassers Punk, Metal, Black & Death Metal... Heute höre ich alles, sofern es mich in irgend einer Art und Weise berühren kann...
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