UFF! – Was kredenzen uns DEATH ANGEL denn mit „Relentless Retribution” für einen schwerverdaulichen Thrashbrocken? – Die ersten 2-3 Durchläufe muß man wahrlich als Warm-Up nutzen; Zugang zum Album zu finden fällt gar nicht leicht. Warum? Weil DEATH ANGEL Anno 2010 ihren Thrash diesmal mit noch mehr Experimentierfreude zelebrieren als eh schon in der Vergangenheit. Weil man diesmal durchgehend THASHT wie die Hölle. Weil man den Härtegrad dabei wieder merklich nach oben geschraubt hat. Weil man sich dadurch wieder mehr an seine Roots annährt. Weil Mark Osegueda sich aber trotzdem nicht scheut mit cleanen Vocals zu experimentieren. Weil man quasi die komplette Rhythmusfraktion ausgetauscht hat. Weil...
OK, letzteres fällt nicht hörbar ins Gewicht, denn die beiden Neuzugänge am Viersaiter und den Kesseln können das Niveau ihrer Vorgänger locker halten aber es hat eben spürbare Auswirkungen aufs Songwriting. Das hat Rob Cavestany dann auch im Alleingang erledigt, und der Mann liebt die Komplexität. Dabei vergisst er aber nicht ein wahres Gewitter an hochklassigen Thrashriffs in die Songs einzupflanzen. Und wie klingt „Relentless Retribution” nun?
Der Opener und Titeltrack ist ein typischer DEATH ANGEL Einstieg. Der lupenreine Thrasher hätte auch genausogut seine Daseinsberechtigung auf dem Vorgänger gehabt und gliedert sich in die Reihe großartiger DEATH ANGEL Albumopener ein. Die Verwirrung wird aber mit dem darauffolgenden `Claws In So Deep´ losgetreten. Cleane Vocals, moderne Thrashriffs und ein zweiminütiger Gitarrenausflug der Prägung „Mexikanische Restaurantmusikanten“ machen den Song zum skurrilsten was die Herren bis heute abgeliefert haben. Und auch die überaus schwer dahinfließenden Mid-Tempowalzen `Absence Of Light´ oder `Into The Arms Of The Righteous Anger´ sind sicher keine leichtverdauliche Kost, die erst bei mehrmaligem Hören zündet. Aber glücklicherweise knallen DEATH ANGEL dem Hörer auch ziemlich direkt und vor allem mächtig vor den Latz! - `Truce´, `River of Rapture´, `I chose the Sky´ das etwas melodiösere `This Hate´ und der finale Nackenbrecher `Where they lay´ sind Ultraaggressive Thrash Geschosse und gehören sicher zum Besten und härtesten was die Bay Area Veteranen je abgeliefert haben. Zum Abschluß nicht unerwähnt bleiben soll auch der mutige Schritt nach der Jahrhundertballade Veil of Deception sich erneut in diesem Metier zu versuchen. `Volcanic´ heißt das Stück und kann fast mit dem gleichen Gänsehautfeeling punkten wie sein kongenialer Partner eins auf dem Act III Album.
„Relentless Retribution” hat einfach alles was ein originelles und vor allem Gutes Thrash Album benötigt: Härte, fette Riffs, coole Melodien, einige sehr eingängige Refrains und vor allem Ideen, Spielwitz und ausgereiftes Songwriting. Verpackt hat man das ganze in ein sehr transparentes und fettes Soundgewand das ebenfalls keine Wünsche offen läßt. Nach Heathen, Overkill und Exodus (ja, in dieser Reihenfolge) das vierte hochkarätige Thrashgeschoß für gebeutelte Fans der „alten Garde“
Anspieltipps: Relentless Revolution, Truce, River Of Rapture, This Hate, I Chose The Sky, Volcanic, Where They Lay
Fazit: GEIL! - Das beste und härteste DEATH ANGEL Album seit der Reunion. Kaufen!
Line-Up:
Mark Osegueda - Vocals
Ted Aguilar - Guitar
Rob Cavestany - Guitar
Damien Sisson - Bass
Will Carroll - Drums
Discography:
Heavy Metal Insanity - Demo, 1983
Kill As One - Demo, 1985
The Ultra-Violence - Full-length, 1987
Frolic Through the Park - Full-length, 1988
Fall From Grace - Live album, 1990
Act III - Full-length, 1990
The Art of Dying - Full-length, 2004
Archives & Artifacts - Boxed set, 2005
The Long Road Home - Best of/Compilation, 2007
Sonic Beatdown - Single, 2008
Killing Season - Full-length, 2008
Sonic German Beatdown - DVD, 2009
Sonic Beatdown - Live in Germany - Live album, 2009
Relentless Retribution - Full-length, 2010
Tracklist:
Lineup:
1. Relentless Revolution
2. Claws In So Deep
3. Truce
4. Into The Arms Of The Righteous Anger
5. River Of Rapture
6. Absence Of Light
7. This Hate
8. Death Of The Meek
9. Opponents At Sides
10. I Chose The Sky
11. Volcanic
12. Where They Lay
8.5 Punkte von Blizzard (am 02.09.2010)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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