New Model Army gehören zu den Combos, die mich schon seit Ende der Achtziger beständig begleiten. Mein Interesse an den Mannen um Justin Sullivan fiel allerdings durch Alben wie Eight, Carnival und High beständig auf „Mir doch egal, ob die was neues gemacht haben“ Maß. Schlecht waren diese Alben sicher nicht, nur irgendwie blieb mir persönlich der vollständige Zugang meist verwehrt. Nun schreiben wir das Jahr 2009, New Model Army feiern demnächst dreißigjähriges Jubiläum und legen zur Feier des Tages mit ihrem elften Studioalbum „Today is a good day“ einen richtigen Kracher hin der durchweg zu begeistern weiß.
Schon der Opener und Titeltrack zeigt, das die Band es durchaus versteht noch Hits vom Kaliber ‘Here comes the War‘ zu fabrizieren. Brettharte Gitarren und ein Justin Sullivan, dessen gewohnt kritischen und nachdenklichen Texte sofort zum Nachdenken anregen. Textlich wird hier erstmal schonungslos mit der Bankenkrise abgerechnet (Warum dieser Tag aus seiner Sicht ein guter war, könnt ihr im Interview nachlesen, wo Mr. Sullivan seine persönlichen Gedanken zu diesem Thema mit uns teilt). Allerdings darf man von New Model Army keine innovativen Neuerungen erwarten, alles läuft in üblichen Mustern ab. Heißt im Klartext: Die Band mischt immer noch alle Genres von Metal über Punk bis hin zu Alternativ, Folk und Gothic Parts, sodass mal wieder kraftvolle Gitarrenarbeit auf nachdenkliche Akustikparts, coole Folk Melodien und interessante Keyboardarrangements treffen. Und auch an der ausdruckstarken Stimme hat sich nichts geändert, prägnant wie eh und je setzt Justin Sullivan Akzente. Alles wie gehabt im Hause New Model Army mag der ein oder andere jetzt argumentieren. Stimmt, aber trotzdem ist „Today is a good day“ anders als die oben genannten Vorgängeralben. Besser.
Diesmal schaffen es die Briten nämlich aus zwei Gründen durchgängig zu begeistern:
Zum einen bieten die Songs eingängige Indie Kost ohne Schnörkel und versprühen wieder hörbar viel Spielwitz gepaart mit viel Ideenreichtum. Um zum andern schaffen es die Herren Sullivan und Co. Dabei, den Spagat zwischen altbewährtem und neueren Trademarks zu spannen ohne dabei die Songs zu überladen.
Dadurch wird „Today is a good day“ ein extrem abwechslungsreiches Album, das mal wütend und ungestüm, mal ruhig emotional daherkommt, aber in der Summe nie die nötige Durchschlagskraft missen lässt und entgegen der Vorgänger "High" und "Carnival" vor allem durch seine Kompaktheit und Eingängigkeit besticht ohne die Langzeitwirkung zu verlieren.
Anspieltipps: Today is a good day, Autumn, Mambo Queen Of The Sandstone City, Bad Harvest, North Star
Fazit: Sicher einerseits ein typisches New Model Army Album, das aber durch die sehr gekonnt Symbiose von alten und neuen Trademarks ein legitimer ‘The Love of Hopeless Causes’ Nachfolger hätte sein können . Klasse!
Line-Up:
Justin Sullivan - Vocals, (acoustic) Guitar
Michael Dean - Drums
Nelson - Bass
Dean White - Keyboards
Marshall Gill Lead Guitar
Tracklist:
Lineup:
1. Today Is A Good Day
2. Autumn
3. Peace Is Only
4. States Radio
5. God Save Me
6. Disappeared
7. Ocean Rising
8. Mambo Queen Of The Sandstone City
9. La Push
10. Arm Yourself & Run
11. Bad Harest
12. North Star
8.5 Punkte von Blizzard (am 21.12.2009)
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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