Ein neuer Stern geht auf am Heavy Metal Horizont. Athorn wurde im letzten Jahr von erfahrenen Musikern der Hannoverschen Szene gegründet. Bereits die ersten Schritte der Band werden von Vorschusslorbeeren aus namhaften Quellen begleitet. Jasun Tipton (Zero Hour) und Jeff Loomis (Nevermore) attestieren Athorn herausragende Qualitäten. Die bleiben den Beweis nicht schuldig, denn ihr erstes Arbeitszeugnis – die Demo-E.P. „Livable Hatred“ – ist ein echter Hammer geworden.
„Alles darf, nichts muss!“ ist das Motto des Quintetts, das aus Carsten Frank (voc), Stefan Aedo / Tobias Liedke (git), Sören Becker (dr) und Doomkopf Thomas Maiwald (bass) besteht. Will heißen: Athorn bedienen sich aus sehr vielen verschiedenen Spielarten des Heavy Metal und kreieren daraus ihren sehr individuellen Sound, den sie selbst Symbionic Metal getauft haben. Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. „Livable Hatred“ zeigt sowohl klassischen als auch progressiven Power und Heavy Metal, bewegt sich gern in thrashigen Gefilden und greift nicht selten moderne Elemente auf. Die Formation will sich nicht selbst limitieren, ist für fast alles offen und wildert gern revierübergreifend. Beeindruckend, wie ein exzellentes Songwriting diesen Genremix zu einem absolut nachvollziehbaren Ganzen zusammenfügt. Der überragende Gesang von Carsten Frank, der für mich zu den besten Sängern der deutschen Szene gehört, verleiht diesem Gebilde ein eigenes Gesicht mit hohem Wiedererkennungswert.
Schon die ersten Takte von „Livable Hatred“ lassen aufhorchen. Die äußerst versiert gespielten Gitarren ziehen den Hörer sofort in den Kreis der Band. Ein fettes, anspruchsvolles und sehr dynamisches Riffing, das mühelos ein vielfältiges Melodiespiel integriert, beigeistert von Beginn an. Die Grundlage dafür bildet ein massives Rhythmusbrett, dass Sören an den Drums und Bassexperte Thomas furios in Szene setzen. Der mitreißende Opener „Humanize The Demon“ lebt aber vor allen Dingen von großartigen Melodien, tollen Stimmungswechseln, einer gut abgestimmten Fülle von Harmonien und einer grandiosen Atmosphäre. Carsten hat seinen Gesang, der bereits die Alben von Galloglass und das letzte Human Fortress Werk veredelte, noch einmal enorm verbessert. Berauschende, pompöse Power Metal Vocals, aggressives Shouting und extrem gefühlvolle, nahezu zerbrechliche Vocals im Stile eines Warrel Dayne in Bestform gehören zu seinem scheinbar unerschöpflichen Repertoire. Warum junge Bands mit derart meisterlichen Sängern allerdings immer wieder gern auf das primitive Stilmittel des Grunzens zurückgreifen, wird sich mir wohl nie erschließen. Doch zurück zu den Songs. Der Opener ist wie gesagt ein echtes Prachtexemplar metallischer Musikkunst. Dem gegenüber fällt der Mittelteil des Demos ein wenig ab. Athorn erhöhen den Härtegrad und die Komplexität. Dabei biedern sie sich für meinen Geschmack etwas zu sehr an aktuell angesagten Strömungen an. Zudem hätte man in „Wink Of Death“ und „A Freaks Dawn“ vielleicht das ein oder andere Riff oder einen Rhythmuswechsel zu Gunsten einer noch formidableren Hookline opfern können. Jüngere Fans und anspruchsvolle Hörer werden aber vielleicht gerade an diesen beiden Nummern Gefallen finden. Das gewaltige „The Ferryman“ setzt darüber mit fantastischen Melodien und viel Spannung einen vorzüglichen Schlusspunkt.
Kraftvoll, melodisch, anspruchsvoll und aggressiv – Athorn gelingt es, diese Attribute mit spielerischem Können, starkem Songwriting und einer brillanten Produktion zu einem erstklassigen Demo zu vereinen. Ein professioneller Video-Clip zu „Humanize The Demon“ rundet das Werk ab. Dringende Empfehlung für dieses Wochenende: Schaut bei der Band vorbei, hört rein und bestellt Euch die E.P.
Tracklist:
Lineup:
1. Humanize The Demon
2. Wink Of Death
3. A Freaks Dawn
4. The Ferryman
5. Humanize The Demon (Video)
8.0 Punkte von Christian (am 10.10.2009)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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