Als bekannt wurde, dass sich die Band The Licks auflösen, dachte ich, Frau Lewis zieht sich zurück und widmet sich lediglich ihrer filmischen Kariere. Doch dem ist zum Glück nicht so.
Aber mit ihrer neuen Begleitband „The New Romantiques“* zeigt Juliette Lewis auch ein etwas anderes Gesicht, sozusagen ein anderes Ich.
*(es sollte wohl an dieser Stelle angemerkt werden, dass der Bandname mittlerweile nur noch aus ihrem vollen Vor- und Zunamen besteht).
Die Dame rockt nicht mehr bloß punk- und garagenmässig aus sich heraus, sie zeigt nun Gefühl und eben die weichere Seite. Doch keine Sorge, ihr findet hier nicht bloß irgendwelche Balladen, sie rockt trotzdem weiterhin auch mal ab. Verglichen jedoch mit ihren Vorgängerwerken wie u.a. „Four on the Floor“ oder der absolut außer Konkurrenz zelebrierten EP „…Like a Bolt of Lightning“ (- für meine Begriffe kein einziger Song, der nicht als herausragend zu bezeichnen wäre-), hat „Terra Incognita“ an Power ein wenig eingebüßt. Vor allem aufgrund dessen, wenn man die Dame mit ihren damaligen Licks mal LIVE erlebt hat, dann wissen die Leute, was bei diesem Album weniger geworden ist. Aber angeblich hat diese "neue" Ära mit ihren privaten Erlebnissen der letzten Zeit zu tun. Es gab wohl nach einer Trennung des Partners und der Auflösung der Band etc. die Verpflichtung sich mit gefühlvollen Texten und Musik auseinander zu setzen. Ich hätte jedoch bei dieser Dame und diesen aus der Presse bekannten Gründen, eher das Gegenteil vermutet und eben etwas Heftigeres erwartet. Aber nun.
Aber nun ein paar Details zur Scheibe, die sich trotz der ruhigeren Gefilde wirklich gut hören lässt.
Mit „Romeo“ geht es auch erstmal eher ruhig, romantisch los, bevor sie mit ihrer rauchig-rockigen Kehle und fetten Drums mit „All Is For God“ sich wieder doch dem Garagen-Punk-Rock nähert. Leider ein viel zu kurzer Song. Auch daher, weil sie sich hinterher wieder in ruhigere Gefilde begibt und nicht selten auch ganz neue Facetten aufzeigt, u.a. mit dem gewissen Hauch an Stoner-Rock, Blues-Rock und sogar psychedelischen als auch fast düster-doomigen und chiligen Ansätzen. Jedoch ohne dabei zwischendurch auf rockige Ausbrüche zu verzichten. Ebenfalls genial, passt mal wieder ihre besonders markante (tiefe) Stimme in den neuen Songs. Einfach herrlich, diese enorme Abwechslung.
Einzig und allein ist das Coverartwork dieses Mal eher ungewöhnlich, unpassend und daher für meine Begriffe daneben ausgefallen. Aber na ja, irgendjemand wird sich damit schon so seine Gedanken gemacht haben.
Fazit: Die treuen Fans der Licks werden sich zunächst wundern, warum sie sich bloß so viele „weichere“ Rockmomente mal gegönnt hat. Doch im nach hinein betrachte und eben mehreren Durchgängen, muss man schon zugeben, dass gerade die Abwechslung diesem Album gut tut und die Dame (mal wieder) so einiges richtig gemacht hat, auch wenn es kein überragendes Album geworden ist. Ein nicht ganz typisches Juliette Lewis Album, aber irgendwie sehr unterhaltsam, da nun mal sehr vielfältig. Rock on, echt cool!
Juliette Lewis auf Tour in Deutschland:
03.11. Hamburg - Große Freiheit
04.11. Berlin - Kesselhaus
09.11. Munich - Muffathalle
11.11. Wiesbaden - Schlachthof
12.11. Köln - Live Music Hall
19.11. Bochum – Zeche
Tracklist:
Lineup:
01. Intro
02. Romeo
03. All Is For God
04. Ghosts
05. Fantasy Bar
06. Hard Lovin' Woman
07. Terra Incognita
08. Uh Huh
09. Female Persecution
10. Junkyard Heart
11. Noche Sin Fin
12. Suicide Dive Bombers
7.0 Punkte von Arturek (am 11.09.2009)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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