TRISTWOOD aus Innsbruck muten dem genegten Konsumenten mit ihrem Album “Amygdala” gar heftige Kost zu.
Daß die Tiroler einen Hang zum Black Metal haben, kann man zum einen an den in Hochgeschwindigkeit und mit fast nicht mehr erkennbaren Songstrukturen heruntergeprügelten Stücken hören, die zudem (wenn man die Vocals mal heraushören sollte) meist gekeift werden, und zum anderen am Immortal-T-Shirt eines der Protagonisten auf der CD-Cover-Rückseite.
Meinen Ausführungen kann man sicherlich jetzt schon meinen Unmut bezüglich dieses Machwerks entnehmen, denn, was vielleicht gut gedacht war – nämlich Black Metal mit harten gesampelten Industrialklängen zu vermischen, scheitert schon im Ansatz, weil man nämlich außer einem auf gleichbleibendem Level herumsoßenden Klangbrei nichts, aber auch gar nichts heraushört, weder Melodien, noch Instrumente, noch Gesang.
Vielleicht liegt es am ziemlich bescheidenen Sound, vielleicht auch an den schwammigen Arrangements, vielleicht aber auch einfach daran, daß jeder Song mit Überlichtgeschwindigkeit zelebriert wird. Tatsache ist jedenfalls, daß jedes der Stücke absolut gleich klingt, nämlich wie eine auf 17-facher Geschwindigkeit laufende Stanz- und Walzmaschine für Hundefutterdosen.
Da mir das für ein Album irgendwie zuwenig ist, vergebe ich vier ratlose Punkte, einen für das nette Cover, einen für das vierte Stück, welches ansatzweise nachvollziehbare Strukturen und Arrangements aufweist und einen für die zweifellos vorhandenen Bemühungen und den Enthusiasmus, der hinter „Amygdala“ steckt.
Einen weiteren Punkt gibt es für Stück sieben, welches emotional fesselnd mit Ambient-Elektronikklängen und einer schönen Melodie daher kommt, aber mit Metal nichts zu tun hat.
Das Ganze hätte meiner Meinung nach ziemlich gut werden können, wenn man
a) einen besseren Sound haben würde
b) ca. 30 – 40 Prozent weniger Gas geben würde
c) die Industrial-Komponente – welche hervorragend mit kaltem Black Metal harmonieren kann – etwas akzentuierter eingesetzt hätte, wie etwa bei der genialen schon lange verblichenen Combo GGFH (Global Genocide Forget Heaven)
... aber ich will den Jungs nicht in ihre Musik reinreden; sie haben sich sicherlich was dabei gedacht.
Vielleicht ist es ja auch bloß wieder ein neuer Musikstil – „Hyper Blast Grinding Nu Industrial Black Metal“ oder so was in der Art und ich hab’s mal wieder verpennt – egal, ich finde es nicht so prall und harre des Unflats, welcher zweifellos im Forum auf mich herabregnen wird.
Tracklist:
1. Apoclipsis
2. Eyes Unleashed
3. The White Room
4. Chaos Vortex
5. Amygdala
6. Encrypted Timeline
7. Parias – My Elysium