Nick Barrett, das Mastermind hinter PENDRAGON, legt also ein neues Album vor, und die hohe Qualität von „Pure“ ist natürlich nicht überraschend. Hier stimmt eigentlich alles: Schönes, abwechslungsreiches Songwriting, das ohne überflüssigen Technikschnickschnack auskommt und dennoch voller Details und Spielereien steckt. Besinnlich leise Töne und hektische Passagen mit fett verzerrten Gitarren ziehen den Hörer in ihren Bann, begleitet von Nick Barretts ruhiger, warmer Stimme und Clive Nolans omnipräsenten hin und her wabernden Keyboardteppichen. Echte Hits hat das Album für mich nicht, dennoch gibt es zwei ganz fette Pluspunkte zu verbuchen: Zum einen ist der Sound unglaublich fett und differenziert, so dass Audio-Gourmets mit entsprechenden High-End Anlagen eine Vollbedienung bekommen. Zum anderen werden auch Casual-Hörer mit der Scheibe glücklich, denn sie eignet sich ganz hervorragend als Hintergrundmusik; das ist bei einer solch dichten Prog-Scheibe nun wirklich alles andere als selbstverständlich und spricht für das erstklassige Songwriting des Briten. Die Songs sind ausnahmslos langatmig angelegt und haben Überlänge, wirken teilweise wie ein Flickenteppich zusammengesetzt, aber verlieren dabei nie den roten Faden. Nick Barrett verbreitet seine übliche melancholische Stimmung, das aber sanft und versöhnlich, wobei seine Lyrics allerdings die totale Tristesse verkünden. PENDRAGON ist eine gesetzte Größe am zeitgenössischen Prog-Himmel, und geneigte Prog- und Art- Rock Fans dürfen hier gerne einen Blindkauf tätigen. „Pure“ ist einfach reif und gut.
Tracklist:
Lineup:
01. Indigo (13:44)
02. Eraserhead (9:06)
03. Comatose
-----I. View From The Seashore (7:40)
-----II. Spcae Cadet (4:03)
-----III. Home And Dry (5:55)
04. The Freak Show (4:27)
05. It's Only Me (8:16)
musikalischer Background des Verfassers Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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