Mit ihrem vierten Studioalbum wollen die Holländer Mennen es endlich schaffen die Hardrock Fans weltweit zu erreichen.
Namensgeber Joss Mennen kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken, veröffentlichte er doch in den 80ern mit der Band Zinatra zwei absolute Melodicrock-Highlights, die auch heute für heutige Verhältnisse noch immer Maßstäbe gesetzt haben.
War das erste Album („Mennen“, 1994) unter dem Namen Mennen noch der Versuch an die Erfolge von Zinatra anzuknüpfen, begab sich die Band spätestens mit ihrem zweiten Album („Back to the real world“, 1996) auf neue Pfade und es fanden sich mehr und mehr Einflüsse aus dem Modern-Rock. Mit ihrem dritten Album („Age of fools“, 1998) schliesslich schafften sie es endgültig die alten Zinatra-Fans vor den Kopf zu schlagen. Zu unausgewogen, zu modern und vor allem zu lustlos klang das gesamte Material.
Aber jetzt sind sie zurück und können mit ihrem neuen Album „Freakazoid“ voll und ganz überzeugen. Fans der alten Zinatra kommen zwar immer noch nicht auf ihre Kosten, aber warum soll man altes neu aufwärmen und sich neuen Strukturen verschliessen. Mennen ist es gelungen, ein Album zu schaffen, dass sowohl Hardrock-Fans als auch Nu-Rock Anhänger zu begeistern vermag. Der Opener „Down“ ist zwar für meine Begriffe etwas schlecht gewählt, da er anfangs ein wenig vor sich hinplätschert und sich erst langsam zum Ohrenschmeichler entwickelt, aber das Album wird mit jedem Song besser, um in dem Song „Believe“ dann ein absolutes Highlight zu bieten. Hier findet man alles, wofür Mennen heute stehen. Songs mit Tiefgang und Atmosphäre. Man mag vielleicht den ein oder anderen schnelleren Track vermissen, aber Freunde glaubt mir, das Album rockt und wird sich spätestens beim dritten Hören in Euren Gehörgängen festgefressen haben. Zeitweise fällt es mir schwer keine Vergleiche zu Harem Scarem zu ziehen. Hat die Band doch ähnliches durchgemacht und es immer wieder geschafft, die Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen. Gnadenlose Hooklines und Hammerchöre eingeschlossen. Soundtechnisch kommt das Album, produziert von Sound-Guru Erwin Musper (Scorpions, Van Halen etc.) und aufgenommen in den berühmten Wisseloord Studios, gnadenlos druckvoll daher. So macht’s Spass.
Mennen sollte mit diesem Album zumindest ein Achtungserfolg gelingen. Was in der heutigen Zeit ja auch schon einiges heissen will, da sich die Musikindustrie mehr und mehr von vermeintlichen „Trends“ leiten lässt und leider keinen Wert mehr auf ehrliche und handgemachte Musik legt. Klingeltöne lassen sich halt besser vermarkten und wer Musik braucht, kann sie sich zum Euro-Kurs aus dem Netz saugen. Schön, dass es da zum Glück noch genügend kleine Labels gibt, die wirklich noch Wert auf die Musik legen.
Fazit: Wer keine Probleme mit modernen Einflüssen hat und bei dem Harem Scarem hoch im Kurs stehen, sollte sich mal ein paar Ohren beim Plattenhändler seines Vertrauens gönnen. Aber denkt dran: Richtig zünden tut das Teil erst nach mehrfachem Hörgenuss. Dann allerdings auch richtig!
Tracks:
1. Down
2. Above the waterline
3. It’s over
4. Rain
5. Secrets and lies
6. Bob
7. Freakazoid
8. These good times
9. Believe
10. The world stopped turning
11. Wicked white
12. Blue*
13. Loose somebody*
14. Taste of Paradise*
(* Bonustracks)
8.5 Punkte von Christoph (am 17.01.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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