Wenn es im Melodic Metal eine Band gibt, der man bedenkenlos eine stetige Weiterentwicklung bescheinigen kann, dann sind das LUNATICA. Die Schweizer haben es geschafft, seit ihrem Debüt aus dem Jahr 2000 sich immer wieder zu steigern und selbst zu perfektionieren, was man an den letzten Scheiben gut nachvollziehen kann. Höhepunkt war bislang das 2006er Album „The Edge Of Infinity“, das mit dem ultimativen Ohrwurm „Who you are“ sogar einen internationalen Hit feiern konnte. Nun ist es Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen, und so geht „New Shores“ 2009 bei Napalm Records an den Start.
Sängerin und Frontlady Andrea Dätwyler zählt zweifelsohne zu den besten Sängerinnen des Genres, und reiht sich mit ihrer glasklaren Stimme neben Damen wie Anette von Nightwish oder Epicas Simone Simons ein. Auch auf „New Shores“ sind die Songs perfekt auf Andreas Stimme zugeschnitten, was heißen will, dass es zum Teil symphonisch und orchestral melodisch, teils aber auch rockig und gitarrenlastig zugeht. Der Gesang bleibt erfreulicherweise "normal" und wird nicht opernhaft verunstaltet, wie es ja bei einigen Kolleginen aus dem Gothic-Bereich oft der Fall ist. Nein, Andrea singt einfach nur, und dies mancht sie gewohnt erstklassig! Wenngleich der Opener „New Shores“ etwas behäbig daherkommt, legen die Schweizer mit „Two Dreamers“ dann richtig los. Eingängige Refrains waren ja schon seit je her ein Markenzeichen von LUNATICA, was sie auf dem neuen Album auf jeden Fall weiter verfolgen. Doch auch die Rhythmussektion kommt nicht zu kurz. „The Cosen Ones“ knallt einem eine ganz ordentliche Riff-Packung um die Ohren. Auf „Farewell my love“ gibt`s dann ein Gastspiel von Ex-Asia-Barde John Payne, der im Duett wunderbar mit Andrea Dätwyler harmoniert.
Mit Ausnahme des starken Midtempo-Krachers „My hardest walk“ wird`s dann im zweiten Teil des Albums etwas ruhiger und akustischer, was LUNATICA aufgrund der hohen Qualität der Songs auch ganz gut steht. (Könnte man sich mal überlegen, ob da für die Zukunft eventuell nicht etwas in der Art "Live & Akustik" drin wäre).
Insgesamt überzeugen LUNATICA mit ihrem neuen Album auf ganzer Linie, wenn auch die absoluten Ausnahme-Nummern á la „Who you are“ fehlen. Produziert wurde die Scheibe erneut von Sascha Paeth, der sich auch für Werke von Edguy oder Kamelot verantwortlich zeigen darf. Wer sich für symphonischen Melodic Metal begeistern kann, dem dürften LUNATICA auch schon längst bekannt sein. „New Shores“ ist erneut ein außerordentlich vielseitiges und erstklassiges Album geworden, vielleicht nicht so ganz die wirklich „neuen Ufer“ im Genre, aber dennoch weit entfernt von Mittelmaß und Durchschnitt – natürlich im positiven Sinn.
Fazit: Die Schweizer brechen auf zu neuen Ufern und liefern ein starkes Album ab: Melodisch, bombastisch und eingängig, wie man es von LUNATICA gewohnt ist.
Tracklist:
Lineup:
1. New Shores
2. Two Dreamers
3. The Incredibles
4. The Chosen Ones
5. Into The Dissonance
6. The Day The Falcon Dies
7. Farewell My Love
8. Heart Of A Lion
9. My Hardest Walk
10. Winds Of Heaven
11. How Did It Come To This
8.0 Punkte von Shylock (am 09.03.2009)
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musikalischer Background des Verfassers Melodic Metal, Melodic Rock, AOR, Sleaze-Glam, Progressive, Power Metal
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