Unter dem Namen DOL THEETA hat sich unlängst der griechische Musiker Thanasis Lightbridge ein Nebenprojekt aufgebaut, das sich musikalisch abseits seiner eigentlichen Band DOL AMMAD bewegen soll. Genau wie der ähnliche Bandname schon ahnen lässt, entfernt sich Herr Lightbridge dabei allerdings nicht allzu weit von dem „Cosmic Opera Metal“, den er mit seiner Hauptband verfolgt: Keine ganz neuen Stile werden hier von ihm verfolgt, sondern stattdessen nimmt er sich viele Elemente, die auch schon bei DOL AMMAD eine Rolle spielen, wirft diese in die Luft und kreiert daraus doch ganz andere und vor allem auch sehr interessante Klangwelten.
„The Universe Expands“ stellt dabei das erste Full-Length-Album des griechischen Musikers dar, welcher die Drums, Percussion und Synthesizer komplett alleine übernommen hat, sich für die Gitarren und den träumerisch-schwelgenden Damengesang allerdings Hilfe von einem gewissen Dim und einer Lady namens Kortessa geholt hat. Lightbridge selbst definiert die Musik, die er mit DOL THEETA kreiert als „Electronic Art Metal“, bei dem jeder einzelne Begriff seine wichtige und gleichwertige Rolle einnehme. Nun, eigentlich trifft der gute Mann mit seiner Beschreibung ins Schwarze, doch muss man zusätzlich hinterherschicken, dass solch eine Genrebezeichnung im Vergleich zur Musik sehr abgeschmackt und flach klingt.
Wenn Dol Theeta nämlich eines nicht, dann flach: In einer durchaus etwas spacig-psychedelischen Grundstimmung entfaltet „The Universe Expands“ seine volle Wirkung. Anstatt stumpfen Techno in seine Musik einzubringen, konstruiert Thanasis Lightbridge größtenteils komplexe und anspruchsvolle Elektronika-Rahmen, die verbunden mit treibendem Metal die Songs vorantreiben („Mud“) oder mit gekonnt eingesponnener Percussion und progressiven bis melodischen Gitarrensounds das Klangerlebnis beim Hörer auf High Definition 16:9 stellen („Nighttime“). Zwischen allem singt Frau Kortessa ihre angenehm präsenten, aber trotzdem unaufdringlichen Vocals und sogar Thanasis stößt bei „Something called Tomorrow“ mit cleanen Vocals dazu. Der finale Titelsong glänzt schließlich noch mit einem perfekt platzierten Dudelsack, welcher „The Universe Expands“ großartig beendet. So injizieren die Griechen insgesamt fast eine Stunde lang avantgardistische und zugleich melodisch-progressive Musik in das Großhirn des Hörers/ der Hörerin und erzeugen überzeugende, psychedelische (Welt-)Traumwelten.
Alles in Allem und kurz gefasst überzeugen DOL THEETA damit auf „The Universe Expands“ ohne jegliche Probleme. Wer vor elektronischer Musik nicht wegläuft, sich mit epischen Spaceklängen wie bei z.B. AYREON und Female Vocals zwischen Anneke van Giersbergen (Ex-THE GATHERING) und TRISTANIA anfreunden kann, sollte sofort DOL THEETA anchecken!
Wer sich generell für avantgardistische Musik interessiert übrigens auch.
1. Which are you
2. Silver Air
3. Nighttime
4. Mud
5. In the Forest I found
6. Something called tomorrow
7. Afterlife Crescends
8. Every Goodbye
9. Goddess
10. And through a Dream
11. The Universe Expands
8.0 Punkte von Gorlokk (am 24.02.2009)
Deine Meinung ist gefragt:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Pagan Metal, Düster-Rock u.v.m.
X Aktuelle Top6
1. Soilwork "The Living Infinite"
2. Killswitch Engage "Disarm The Descent"
3. Wardruna "Yggdrasil"
4. Hexvessel "Iron Marsh"
5. Amenra "Mass V"
6. Steak Number Eight "The Hutch"
X Alltime-Klassix Top6
1. In Flames "Reroute To Remain"
2. Anathema "The Silent Enigma"
3. Porcupine Tree "Fear Of A Blank Planet"
4. Trivium "Shogun"
5. Tori Amos "Little Earthquakes"
6. Katatonia "Last Fair Deal Gone Down"
[ Seit dem 24.02.09 wurde der Artikel 2801 mal gelesen ]