Manche Bands hinterlassen einen bleibenden Eindruck, auch wenn ihnen der große Durchbruch verwehrt bleibt. Torian aus Paderborn sind so ein Fall. Die hauten 2005 ein unglaubliches Album unters Volk, das bis heute nichts an seiner Klasse eingebüßt hat.
Ziemlich genau vier Jahre später steht mit „Thunder Times“ nun endlich der Nachfolger in den Startlöchern. Die wichtigste Erkenntnis erschließt sich bereits beim ersten, flüchtigen Anhören:
Torian haben keinerlei Sound-Experimente gewagt, knüpfen beim Vorgänger an und haben just den Sound auf die CD gebracht, den man von den Paderbornern erwartet: traditioneller Metal mit viel Geschwindigkeit, deftiger Härte und garantiert kitschfreien Melodien. Dass alte Rage zu „Perfect Man“ bzw. „Secrets“-Zeiten ganz eindeutig den Stil prägen und zusätzlich, aber nur marginal, Blind Guardian, Iced Earth oder Maiden in den Sinn kommen, ist das Typische am Torian-Sound. Der Gesang von Marc Hohlweck, der stellenweise enorm an Peavey Wagner erinnert, tut sein Übriges. Hut ab! Kompositorisch fordern vor allem Hammerstücke wie „Flame of Mourning“, „Dragonfire“, „Icefall“ oder „Thunder Times“ permament den Druck auf die Repeat-Taste. Erst nach und nach erschließt sich, dass keines der neun Stücke unnötigen Ballast an Bord hat und sich in die Länge zieht. Großartig, wenn das bei einem 12-Minuten-Stück wie „Eternal Dreamless Sleep“ gelingt. Da ist Alles genau auf den Punkt gebracht. Ich möchte hier nicht soweit gehen und alte Helloween-Epen als Vergleich von Spieldauer und Kurzweil bringen, aber vielleicht sprechen wir da in ein paar Jahren mal drüber. Auf jeden Fall ist dieses Album zu jeder Sekunde ein absoluter Ohrgasmus. So lange es Bands wie Torian gibt und im Underground solch ein Orkan weht, ist die Metal-Welt in Ordnung.
Tracklist:
Lineup:
1. From Iceplains To Black Storms (Intro)
2. Headless Redeemers
3. Flame Of Mourning
4. Stormbringer
5. Dragonfire
6. Thunder Times
7. Burning The Gates
8. Icefall
9. The Dark Side
10. Eternal Dreamless Sleep
musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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