Nektar, eine mittlerweile „Altherren“-Combo, die 1970 in Hamburg von Ex-Mitgliedern britischer Rock-Bands gegründet wurde, hatte sich schon damals dem sog. Krautrock verschrien. Man nahm es den Jungs auch nicht übel, in ihren erfolgreichen Jahren, allen voran in Deutschland und den USA, dass sie eben Engländer sind und trotzdem den „Deutschen Krautrock“ verkörpern. Man kann Nektar auch daher beruhigt als eine der mit bedeutendsten Bands der damaligen Progressive- und Art-Rock Welle bezeichnen.
Nach 1980 wurde es ruhig um Nektar. Es folgte eine mehr als 20-jährige Pause, bis sie sich plötzlich vor sieben Jahren mit einem neuen Album „The prodigal son“ zurückmeldeten. Danach folge 2004 das Werk „Evolution“.
Mit ihrem neuen Silberling „Book of days“ haben sich die Bandgründer Roye Albrighton und Ron Howden neu formiert. Dazugestoßen sind die deutschen Musiker Peter Pichl am Bass (u.a. Running Wild, Uli John Roth) sowie Klaus Henatsch an den Keyboards (u.a. Jane).
Trotz des gesetzten Alters oder sagen wir aufgrund der Erfahrungen bietet Nektar mit diesem Album ein Stück solider Rockmusik, kraftvoll, mit modernen Parts vermischt. Erinnerungen an den Krautrock der 70er mit richtig fetten Gitarren. Wer Nektar noch gar nicht kennen sollte, sei an dieser Stelle erwähnt, es ist irgendwo ein Mix aus Pink Floyd, Marillion & Wishbone Ash.
Im Einzelnen könnte man einige Stücke so umschreiben:
Der Opener „Over Krakatoa“ fällt etwas ungewohnt aus, vor allem aufgrund der verzerrten Stimme. „King Of The Deep“ kommt dem damaligen Krautrock recht nah .Es folgt „Lamorna“ ein kurzes instrumentales Stück – durchaus hörenswert. „Doctor Kool“, mit seinen mehr als 11 Minuten überzeugt durch den mehrstimmigen Gesang, einen tollen Rhythmus und herrlichen Tempowechsel. Auch „Where Are You Now“ ist fast 11 Minuten lang und setzt bis zur Hälfte des Songs auf genialen Rock, um dann rein instrumental zu werden. Zum Schluss gibt es den einfühlsamen Zweiteiler „Book of days“, eine Ballade, die Roye Albrighton und Ron Howden ihren Frauen gewidmet haben sollen.
Fazit:
Auch nach so vielen Jahren haben Nektar mit „Book Of Days“ eindrucksvoll bewiesen, dass sie ihr Handwerk nicht verlernt haben. Hier werden Liebhaber aller möglichen Stile von ProgRock bis zum typischen Rock bedient. Empfehlenswert.
…und von dieser Qualität darf man sich bald auch LIVE überzeugen, die bestätigten Tourdaten: Nektar "Book Of Days"-Tour 2008:
07.11. Leverkusen - Scala/Jazztage
08.11 Dortmund - Musiktheater Piano (acoustic show / special guest: Past M.D.)
09.11. München - Garage Deluxe (special guest: RPWL)
10.11. Miltenberg - Beavers
11.11. CH-Pratteln - Z 7
12.11. Künzell/Fulda - Alte Piesel
13.11. Lorsch - Rex
15.11. Schwerin - Der Speicher
16.11. Berlin - Frannz Club
17.11. Jena - Rosenkeller
19.11. Nürnberg - Hirsch (special guest: RPWL)
20.11. Osnabrück - Haus der Jugend
21.11. Hannover - Musikzentrum
22.11. Lüdenscheid - Dahlmann
23.11. Hamburg - Fabrik
24.11. UK-London - Borderline
Tracklist:
Lineup:
1. Over Krakatoa
2. King of the deep
3. Lamorna
4. Doctor kool
5. The iceman
6. Where are you now
7. Book of days (between the lines)
8. Book of days
8.5 Punkte von Kalle (am 13.10.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Genesis, Pink Floyd, Judas Priest und viel 70er Jahre Rock
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