Yes! So spielt man Heavy Metal! Mystisches Gitarrenintro, gefolgt von ein paar knackigen Breaks und dann voll auf die Fresse! Blood Stained geben auf ihrem dritten Album „III – Sic transit gloria mundi“ (Asterix Leser wissen, was das bedeutet) mit dem Opener „Stainless steel“ gleich ordentlich Gas. Spätestens beim erstklassigen, wenn nicht gar überragend berauschenden Gesang von Phil van der Kill steigt dem Old School Metal Fan und insbesondere dem Old School US Metal Fan das Rohr in der Stretch Hose. Von den Schwächen, die ich beim Vorgänger „Exit to nowhere“ in seinem Gesang zu hören glaubte, fehlt jegliche Spur. Der Mann hat sich echt entwickelt. Er klingt wild und aggressiv, und dennoch hat man den Eindruck, als wüsste er genau, wie er seine kraftvolle Stimme einzusetzen hat. Die seltenen hohen Schreie kommen perfekt, und daneben spielt Phil sehr gern und gekonnt mit seinem Ausdrucksvermögen. Ein Hammerrefrain und ein vorzeigbares Solo aus der Leadgitarre komplettieren einen der besten Demo Tracks, die mir in den letzten zwei Jahren zu Ohren gekommen sind. Das folgende „Thrail of darkness“ hat derben (britischen) True Metal Einschlag. Gelungen, überzeugt mich aber nicht so sehr. Viel besser gefällt mir „End time priest“, die perfekte Mischung aus Iron Maiden, den Sucicidal Tendencies (anno „Lights, camera, revolution“) und Anthrax (anno „Among the living“). Das balladeske „Brave“ geht etwas daneben – so etwas scheint den Österreichern nicht zu liegen. „Gomedown of the godz“ überzeugt dafür wieder, abgesehen von einer etwas unglücklichen Melodieführung im ersten Teil des Refrains, die aber schon von der Folgezeile wieder glattgebügelt wird. Erneut beeindruckt der ausdrucksstarke Gesang. Doch in dem groovigen Stück kann endlich Duke Diamond II. am Bass zeigen, was er so alles drauf hat. Heavy, Man! Da lässt sich auch Jack Power mit kernigen Riffs nicht lumpen. Seite A der CD (schön Old Schoolig betitelt) endet mit der Priestmäßigen Granate „Merry hell“. Klasse! Auf Seite B folgt der zweite Teil von „Rituales Del Muerte“, einem der Highlights auf dem Vorgänger. Teil II besticht diesmal eher durch ein ausladendes Songwriting mit durchdachter Dramaturgie. „Banished“ mit seiner sehr atmosphärischen Strophe und seinem Bay Area Thrash Refrain, der an Exodus oder Forbidden erinnert, ist mein persönlicher Favorit und Anspieltipp. Ein solcher ist auch das von Omen beeinflusste „Sign of the snake“. Das sehr simple ausgefallene „Opressed“ ist sicherlich die schwächste Nummer der Scheibe, doch das grandiose „Baphomet in steel“ lässt den Adrenalinpegel sofort wieder nach oben schnellen. Zum Schluss gibt es noch zwei Live Live Tracks als Bonus obendrauf. Schöne Sache.
Blood Stained legen mit „III – Sic transit gloria mundi“ ein erstklassiges Demo hin, das alle Old School Metal Fans, seien es nun True Metaller, US Metal Freaks oder British Steel Jünger, gleichermaßen begeistern dürfte. Man sollte noch bemerken, dass die Band inzwischen zu einem Trio geschrumpft ist. Ich hoffe, das ist nicht der Anfang vom Ende, denn musikalisch haben die Herren mit den coolen Pseudonymen einen eindeutigen Schritt nach vorn getan. Sollte mich also beim Keep It True X (Yes! Morgen geht es endlich los!) jemand fragen, ob ich eine geile Band aus Österreich kenne, wird meine Antwort lauten: „Logo! Blood Stained! Musste mal antesten!“
Tracklist:
Lineup:
Side A
1. Stainless Steel
2. Thrall Of Darkness
3. End Time Priest
4. Brave
5. Gomedown Of Godz
6. Merry Hell
Side B
7. Rituales Del Muerte II
8. Banished
9. Sign Of The Snake
10. Oppressed
11. Baphomet In Steel
Bonus
12. M X C^2 (Live MMVI)
13. Blood Stained (Live MMVI)
8.0 Punkte von Christian (am 02.04.2008)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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