Das ist schon eine komische Sache mit dem neuen Icarus Witch Output. Auf der einen Seite hört man deutlich die Steigerungen in der Entwicklung dieser Formation: Das Songwriting hat sich streckenweise enorm verbessert, die Gitarrenarbeit hat quasi einen Quantensprung vollzogen und der Sänger hat sich von einem talentierten, aber unkontrollierten Rookie zu einem charismatischen Frontmann gemausert. Auf der anderen Seite gelingt der Einstand in das zweite Album „Songs for the lost“ mit dem unspektakulären „Out for blood“ und dem belanglosen „Written in the stars“ nicht unbedingt glücklich. Das großartige, sehr episch angelegte „The sky is falling“ bringt die Scheibe dann endlich auf den richtigen Weg. Hier zeigen die Amerikaner, dass die Queensryche Vergleiche, denen sie sich immer wieder stellen müssen, nicht ganz unbegründet sind. „Nature of the beast“ hält diesen Level mühelos mit herrlichen Harmonien und ein paar Iron Maiden Zitaten. Auch das plakative Def Leppard Cover „Mirror, mirror“ brennt sich zielsicher in die Gehörgänge. Live wird der Song für lange Zeit einen festen Platz in der Setlist von Icarus Witch erobern. In diesen drei Songs zeigt die Band, welches Potential in ihr steckt. Leider fällt das Niveau wieder mit dem wenig mitreißenden „Queen of lies“. Und „Devil’s hour“ scheitert an seinem umständlichen Refrain. Ähnlich geht es da „House of Usher“ – dennoch beeindrucken hier famose Bassläufe, ein sehr zwingendes Riff und ein paar richtig geile Gitarrenleads. Das folgende „Afterlife“ ist der komplexeste Song des Albums und zeigt Heavy Rock auf höchstem Niveau – anspruchsvoll und dennoch eingängig, mit durchdachten Strukturen und Melodien, die trotz allem ins Ohr gehen. Nichts zum bierseeligen Mitrocken – eher was für den Kopfhörer. Das gilt auch für die abschließende Ballade „Smoke and mirrors“, die sich als erstklassiger Rausschmeißer entpuppt. Zum Schluss noch einmal ganz großes Kino.
Letztendlich zeigen sich Icarus Witch deutlich reifer als auf „Capture the magic“. Das ist nicht immer gut, denn nicht selten stehen sie sich beim Musizieren selbst im Weg. Dennoch haben sie hier mindestens fünf Hammerstücke aufgenommen, die sie beinahe auf Augenhöhe mit den Machine Men oder The Dogma heben. Da eines davon aber eine Cover Version ist, bleibt es bei dem „beinahe“, und somit reicht es noch nicht ganz für die „Metalglory empfiehlt“ Rubrik. Vielleicht beim nächsten Mal. Dennoch: Starkes Teil, das!
Tracklist:
Lineup:
01. Out For Blood
02. Written In The Stars
03. The Sky Is Falling
04. Nature Of The Beast
05. Mirror Mirror
06. Queen Of Lies
07. Devils Hour
08. House Of Usher
09. Afterlife
10. Smoke And Mirrors
7.0 Punkte von Christian (am 27.12.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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