Clever konzipierte Scheibe, das muss man den Berlinern mit Hang zu dämlich zweideutigen Pseudonymen (Ole Caust) und zweifelhafter Split-VÖ-Partner (Cryogenic) lassen. Nachdem Dies Ater mit der waghalsigen EP „Out Of The Dark“ zwar Mut zur Selbstironie bewies und mal eben Falco coverte, hatte man sich so ziemlich jegliche Underground-Credibility im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Da erscheint es nur folgerichtig, sich mit einem nirgends aneckenden, hübsch eingängigen und extrem abwechslungsreichen Werk zurückzumelden. Schließlich sollen möglichst viele Metaller darauf aufmerksam gemacht werden, dass es diese Band noch gibt. Denn dies, hat es den Eindruck, scheinen die wenigsten zu wissen. „Odium’s Spring“ nun ist das erste vollständige Werk seit dem 2003-er „Chanting Evil“ und wurde von den Stage One-Studios mit einem mehr als amtlichen Sound versorgt. Musikalisch indes geht es beizeiten haarsträubend kalkulierend zur Sache. Man merkt der Band sofort an, dass sie versucht haben, möglichst viele populäre Zitate der letzten zehn Jahre Black Metal unter einen Hut zu bringen. Säuselnde Keyboards, sphärische Synthies, Chöre, unverzerrte Gitarren, klischeetriefende, dafür umso gehaltlosere Texte und ein Mix aus melodischem Black Metal, Death Metal-Riffs und Thrash-Zitaten erinnern in den folgenden knapp 40 Minuten abwechselnd an Mystic Circle, Nocte Obducta, Setherial, deutschen 80er-Thrash und Dimmu Borgir („The Arrival“ benutzt gar den absolut identischen Gesangsverzerrer). Von Eigenständigkeit natürlich keine Spur. Auf den unerfahrenen Szeneneuling mag „Odium’s Spring“ zweifelsohne überaus packend wirken und vielleicht ist es ja auch nicht immer gut, ähnliche Platten schon in 20- oder 30-facher Ausführung im Regal stehen zu haben, jedoch fehlt Dies Ater hier einfach jegliche Glaubwürdigkeit. Da nützen eben auch extrem eingängige Refrains, die zweifelsfrei live hervorragend funktionieren werden, deutlich über dem Durchschnitt liegendes Riffing oder guter Songaufbau nichts. Im Jahre 2007 muss schon deutlich mehr kommen, um im Black Metal-Ozean mehr zu verursachen als ein sanftes Plätschern. So gibt es melodischen Black Metal von der Stange, nie zu aggressiv, immer eingängig – ein Sicherheitsalbum eben. Den Vogel schießen Dies Ater jedoch mit dem instrumentalen, getragen-melodischen „Still Rising“ ab: Eine dreistere und frechere Kopie des Emperor-Klassikers „The Wanderer“ habe ich noch nicht gehört. Pfui, schämt euch! Da muss das nächste Mal ein Album voller Songs vom Kaliber des wirklich guten, kalt-klirrenden "Die Gewissheit zu siegen" kommen, um da wieder raus zu kommen.
Tracklist:
Lineup:
1. Crimson Blood
2. Dark Strike
3. Hail Old Times!
4. Die Gier nach Eurem Untergang
5. Odium's Spring
6. The Arrival
7. Created To Persist
8. Die Gewissheit zu siegen
9. Still Rising
5.0 Punkte von Björn Springorum (am 18.11.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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