Aufgrund der gerade hier erschienenden Rezension zum neuen Red Harvest Werk dachte ich mir, an dieser Stelle einfach eine alte Rezension dieser Band vorzukramen, welche bei mir langsam aber sicher Staub ansetzt. Vorliegende Rezension stammt also aus dem Jahre 2002.
Mit Red Harvest bespreche ich an dieser Stelle eine der forderndsten Bands, die mir bis dato untergekommen ist. Das aus Norwegen stammende Quintett existiert laut Labelinfo schon seit 1989, ich bin erstmals 2000, beim Labelwechsel zu Nocturnal Art Productions, auf die Band aufmerksam geworden und schon ihr letztes Album "New World Rage Music" hätte meiner Ansicht nach den Titel "eigentümlich" völlig zu Recht verdient. Hier liegt nun das nunmehr neunte (!) Album dieser Formation vor und angesichts dieser Veröffentlichungsfreude gehe ich einmal davon aus, daß Red Harvest nicht gerade wenige Anhänger vorzuweisen haben (eine mit Mayhem absolvierte Tour bestätigt wohl meine Vermutung), was es mir aber auch nicht wirklich leichter machte, mit dieser Scheibe warm zu werden.
Laut eigener Definition spielt man "Apocalyptic Industrial Paranoia Metal" und obwohl man sich unter dieser doch recht seltsamen Definition nicht wirklich Musik vorstellen kann, trifft sie den Kern der Sache eigentlich recht gut. Man stelle sich eine recht wirre Mischung aus Waltari, Tool, und Nocturnus mit einem Schuss :Wumpscut:, alles verpackt in einen klasse Sound, vor und man hat eine ungefähre Ahnung, was einen in den nächsten 50 Minuten erwartet. Teilweise waschechtes Death Metal Gebolze (rüde Doublebass-Attacken und tiefer Brüllgesang) gehen nahtlos in mit elektronischen Beats unterlegte Nu-Metal-Riffs und verzerrtem klaren Gesang über, um im nächsten Moment einen hymnischen Midtempotakt auf den Tisch zu pfeffern, dessen Keys besonders im Song "AEP" auch von Hypocrisy stammen könnten. Ab und an dringt aus den Weiten dieser Musiklandschaft ein vertrauter Blast Beat an unser Ohr heran doch diese Momente, in denen man die Musik einmal klar bestimmen kann, sind nie von langer Dauer und im nächsten Moment schon bekommt man wieder futuristische Industrialparts zu hören, welche eine klare Definition unmöglich machen. Unbedingt schlecht ist das natürlich nicht, es fällt eben nur sehr schwer, der Musik konzentriert zu folgen.
Dennoch hat diese CD auch ihre brillanten Seiten, wie zum Beispiel im vorher schon kurz erwähnten, sehr hymnischen "AEP" (bester Song des Albums) und auch das etwas doomig gehaltene Stück "Cybernaut" weiß wenigstens ein bisschen zu überzeugen (vor allem der an die alten Tiamat erinnernde Gesang). Ebenfalls hörenswert ist meiner Meinung nach der letzte Track, "Dead End", welcher sehr elektronisch, hypnotisch und monoton daherkommt und den Hörer in eine Art Trance versetzt. Sonst kann ich dieses Album leider nichtbedenkenlos empfehlen, da besonders das letzte Drittel sehr modern (Slipknot-Einflüsse und viele elektronische Spielereien) ausgefallen ist, aber wenn Red Harvest mehr Songs der Marke "AEP" schreiben würden, könnte sicherlich ein breiteres Pblikum mit den schrägen Norwegern warm werden.
6.5 Punkte von Björn Springorum (am 07.10.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Ganz klar aus dem frostig-kalten Black Metal kommend, jedoch ist eine starke Tendenz zu elektronischen Klängen harscher Natur und folkigen Klängen überaus sanfter Natur zu erkennen...fügt man nun noch eine Prise Yann Tiersen dazu...voila!
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