Beinharten Thrash/Death Metal kriegt der geneigte Hörer mit „Embrace the Fall“, dem neuen Album der Chicagoer Band Hurtlocker um die Ohren geballert.
Nachdem die fünf Amis nun schon ein paar Jährchen im Geschäft sind und in Amerika bereits das Vorprogramm von Bands wie Obituary, Anthrax und Lamb of God beackerten, soll nun mit dem zweiten Album auch in Europa endlich mal der Hammer kreisen – und in der Tat könnten Hurtlocker Anhänger aus verschiedenen Metal-Richtungen um sich scharen, denn die musikalische Schnittmenge der Band liegt genau zwischen den oben genannten Bands: Rasende Gitarrenläufe, kreischende Soli und stakkatoartiges Riffing der beiden Gitarristen Tim Moe und Justin Jurgevich erinnern mal an Slayer, mal an Morbid Angel; Drummer Tony Bettenhausen will da natürlich nicht hinten anstehen und wechselt gekonnt zwischen technischem Thrash und todesbleiartigen Blastbeat-Attacken. Etwas modernere Töne kommen trotzdem nicht zu kurz und werden hauptsächlich durch die thrashigen, manchmal fast hardcore-artigen Shouts Grant Belchers eingebracht. Die entsprechende Priese Groove trägt in einigen Songs ihren Teil dazu bei und eine fette, drückende Produktion (aufgenommen wurde im Stage One Studio und produziert hat Bassist Chris Djuricic gleich selber) verleiht diesem musikalischen Vorschlaghammer das nötige Gewicht.
Alles in allem also eine wirklich gute und zu empfehlende Scheibe – trotzdem fehlt das gewisse Etwas, um „Embrace the Fall“ zum absoluten Knüller zu machen. Der Hauptgrund hierfür ist meiner Meinung nach die fehlende Abwechslung zwischen den einzelnen Songs:
Nach der großartigen Eröffnungshymne „I am Napalm“ lassen nur noch wenige Stellen auf der Scheibe aufhorchen, größtenteils verliert sich das Songwriting in technisch gekonntem, aber leider nicht wirklich mitreißendem Geknüppel mit zwischengeschobenen Groove-Parts.
So bleiben von den folgenden Haßtriaden nur noch wenige Stellen wirklich im Ohr hängen („Outside are the Dogs“, „Destroying Bliss“), andere wirken wie zwischen den Songs beliebig austauschbar – was den Wiedererkennungswert nicht wirklich fördert.
Nichtsdestotrotz sollten sich Fans der oben genannten Bands (besonders Slayer) das Teil auf jeden Fall mal zu Gemüte führen, denn ein starkes Thrash-Album mit Old School-Einschlag ist „Embrace the Fall“ allemal, und ich möchte nicht ausschließen, dass einige Liebhaber der Richtung dem Werk mehr als ich abgewinnen können.
Tracklist:
Lineup:
1. I Am Napalm
2. They
3. At Last
4. Let Them Die
5. Disgust
6. Outside Are The Dogs
7. Release of Sin
8. Destroying Bliss
9. Deserving
10. Embrace The Fall
musikalischer Background des Verfassers Prog Rock/Metal, Post Rock/Metal/Hardcore, Djent, Swedish/Melodic Death, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Pagan Metal, Düster-Rock u.v.m.
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