"Knüppel aus dem Sack !" - so scheint das fanatisch und frenetisch zelebrierte Motto der Leipziger Brachial-Schwarzmetaller GRABAK zu sein, lauscht man den zunächst etwas schwerverdaulichen Klängen auf dem neuesten Opus der Messestädter, welches "Agash Daeva" betitelt ist.
GRABAK spielen ultraschnellen Black Metal der stakkatoartigen Hasenfick-Sorte, haben einen Schreihals am Start, der auch keifen und brüllen kann und bauen gekonnt schwelgerisch-frostige Parts in ihre Songs ein. Und dieser Umstand rettet das Quintett auch vor einem Sofortverriß, den beim ersten Durchhören taten mir die in teilweise mit mehr als 240 bpm vorgebrachten Ultrahochgeschindigkeits-Tracks zeitweise richtig in den Gehörggängen weh und wären da nicht die schon erwähnten, von frostig-klirrenden norwegisch klingenden Gitarren geprägten etwas langsameren Passagen, zum Teil auch mit Hintergrundchören wohltuend umschmeichelt, gewesen, dann hätte ich diesem Album wohl keine zweite Chance gegeben.
Das wäre jedoch ein Fehler gewesen, denn "Agash Daeva" gehört wieder mal zu den Alben, die eine ganze Zeitlang brauchen, bis sich die pechschwarzen Pforten öffnen und Einblick gewähren in allerlei rotglühende Geniestreiche.
"Agash Daeva" transportiert in geradezu unglaublicher Art und Weise eine scheinbar endlose Energie und Wut, welche an Heftigkeit und Aggresivität kaum zu überbieten sein dürfte.
Hier ist auch der Schlüssel für die (zu) hohe Geschwindigkeit und für den aggressiv-emotionalen haßerfüllten Schrei-Keif-Gesang zu suchen.
Aber wie so oft - hier wäre meiner Meinung nach etwas weniger eventuell mehr gewesen und mir hätte das Album wesentlich besser gefallen, wenn man nicht ganz so heftig an die Sache herangegangen wäre und mehr langsamere Stampfparts eingebaut hätte.
Hätte, wäre, wenn ... alles Schall und Rauch - ist eben mal wieder Geschmacksache !!!
So wird das Ganze auf gut 45 Minuten für meinen Gusto einfach zu monoton und auf Dauer zu eintönig. Es fehlt Abwechslung, Wiedererkennungswert und ... leider auch Charisma.
Das Coverartwork und das gesamte Booklet sind irgendwie zu dunkel ausgefallen - ich konnte die Tracklist (Dunkelgrau oder dunkelsilber auf schwarz) nur mit großer Mühe entziffern und das liegt sicherlich nicht nur an meiner Altersweitsichtigkeit ..
Tut mir leid, aber der berühmte Funke ist bei mir auch nach drei Durchläufen nicht so richtig übergesprungen und so bleiben etwas ratlose 5,5 Punkte für eines der brachialsten Alben in der letzten Zeit, welches im Extrem-Metallager durchaus seine Anhänger finden wird.
"Agash Daeva" ist bereits das vierte Studioalbum der Recken aus Ostdeutschland und auf diesem Werk tritt Nornagest von ENTHRONED als Gastmusiker auf.
Tracklist:
Lineup:
1. Beyond A Black Horizon
2. Nightworks
3. Dominion Stigmatized
4. Homo Diabolus
5. The Beauty In A Gorgon's Eye
6. Judas Iscariot
7. Furia
8. Code666:Blasphemie
9. Strigoi
10. Through The Ten Circles...
11. Agash Daeva
musikalischer Background des Verfassers Death und Black Metal, 70er-Jahre Rock, Beat
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4. EXODUS "The Atrocity Exhibition: Exhibit A"
5. FLESHCRAWL "Structures Of Death"
6. FLESHLESS "To Kill For Skin"
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3. KAMPFAR "Mellom Skogledde Aaser"
4. BATHORY "Blood Fire Death"
5. THE BEATLES "Sgt. Pepper"
6. TANGERINE DREAM "Logos"
Crossreview von Barbar:
Black Metal hat viele Facetten. Manche sind echt geil, manche kotzen mich an. Die neue Scheibe Agash Daeva der Schwarzdrescher Grabak zählt für mich zu den Highlights des bisher angelaufenen Jahres, was diese Musikrichtung betrifft. Mit Klängen, die von der Geschwindigkeit an Maschinengewehre erinnern (der Drummer sollte evtl. mal seinen Schrittmacher etwas herunterdrehen), begrüßt die Band den Zuhörer und lässt ihn eine dreiviertel Stunde lang nicht mehr zur Ruhe kommen. Natürlich kann (und will) die Band die anfängliche Geschwindigkeit nicht durchhalten aber das soll nicht heißen, das es wesentlich langsamer wird. Meine ersten zwei Anspieltipps sind The Beauty in a Gorgon's Eye und Judas Iscariot – As Wolf Amongst Sheep. Der erste der beiden Songs brilliert durch ein gelungenes Gitarrensolo, der zweite durch knallharte Aggressivität und ebenfalls einige interessante Riffs. Hier setzt sich gelegentlich auch wieder das knochentrockene, ultraschnelle Schlagzeug durch. Aber eigentlich liegen alle Songs qualitativ auf hohem Niveau sehr nahe beieinander. Inhaltlich geht es im Wesentlichen um die für das Genre üblichen Themen: Satan bzw. Antichristentum und Dunkelheit. Der Gesang ist teilweise trotz Gekeife recht gut verständlich, man muss sich nur etwas Mühe geben.
Dritter Anspieltipp ist Strigoi. Laut Wikipedia wurden so in Transsilvanien Vampire genannt. Dieser Song ist der Höhepunkt der CD. Hier zieht die Band alle Register ihres Könnens. Recht langsame, getragene Passagen wechseln sich mit schnellem Geknüppel ab und bilden einen düsteren Spannungsbogen.
Die Jungs von Grabak liefern mit Agash Daeva ein sehr gutes Stück Musik ab, das sicher auch eingefleischte Death’er und andere Metaller anspricht. Den „Bösen Blick der Dämonen“, das bedeutet der Titel der CD, bringt die Band gelungen rüber.
8.0 von Barbar (am 19.05.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Hardrock, 80er Metal, Mittelalter, Pagan, Viking, Death
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