Black Mark und Dan Swanö haben sich nicht lumpen lassen und beehren uns nun mit einer Best of Scheibe der schwedischen (Über-)Band EDGE OF SANITY (EOS). Ich sitze hier und beim Hören der beiden CDs – es handelt sich um eine Doppel-CD – läuft mir ein wohliger Schauer durch alle Gliedmaßen. Bei Best of Werken habe ich immer so meine Probleme: Man kennt eh schon alles und es soll nur noch mal Kohle bringen. Eigentlich war dieser Schritt, der in aller Regel zu denen zählt, die eine Band nur aus Verzweiflung bzw. nach ihrer Auflösung vollzieht, mit dem 99er Release „Evolution“ inoffiziell bereits erfolgt. Nun kommt jedoch mit entsprechendem zeitlichem Abstand die offizielle Version.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die diese Band nicht kennen. Es wird sie aber geben, denn da es seit Ewigkeiten still um diese Ausnahmekapelle geworden ist, ist es keine Schande, wenn vor allem dem „jüngeren“ Publikum der Zugang noch nicht geglückt ist. Zumindest gibt es eine Chance, diesen Makel abzustreifen und dieses Werk kann ich dazu wärmstens empfehlen.
Ich glaube, ich kann es mir (und den werten Leser(inne)n) hier ersparen, die ganze Bandgeschichte wieder aufzuwärmen. Im Netz finden sich dazu etliche Beiträge (z. B. www.laut.de, www.wikipedia.de), die man lesen sollte. Dann wird auch klar, warum man eigentlich immer nur von Dan Swanö spricht, wenn man EOS meint und umgekehrt. Er ist (mehr oder weniger) die Band. Seit Gründung (1989) ist er zumindest nach und nach dazu geworden und hat seine (ebenfalls talentierten) Bandkollegen mehr und mehr durch sein „goldenes Händchen“ in den Schatten gestellt. Schließlich kickten Sie ihn raus, als er ohne Sie weitermachen wollte. Soviel auszugsweise und in Kurzform zur bewegten Bandhistory.
Zur Entstehung dieser Veröffentlichung ist im Booklet von Dan S. ein Vorwort verfasst. Er hat auf www.ultimatemetal.com (warum eigentlich nicht HIER?) eine Umfrage zu den besten EOS Songs gestartet. Von jedem Album sind zwei Songs enthalten, die die meisten Stimmen bekommen haben. Er selbst zeigt sich zu dem Ergebnis recht verwundert, hätte er doch einige der Stücke keinesfalls für herausragend gehalten.
Natürlich gibt es immer einige, die den einen oder anderen Song gerne noch auf diesen CDs haben wollen, und auch welche weglassen würden. Ich, als langjähriger Fan der Band, kann jedoch bestätigen, dass diese Songs einen schönen Querschnitt durch das gesamte Material präsentieren. Vor allem die Entwicklung der Band und ihre Wandlung von einer reinen Death Metal Band aus jungen Wilden hin zu einer der innovativsten, progressivsten und kreativsten Bands in der europäischen Death Metal Szene der 90er Jahre, wird spürbar. Später kam das dann in die Schublade Melodic Death Metal.
Was mich sehr beeindruckt, ist auch, dass auf der zweiten CD die Stücke „Crimson“ und „Crimson II“ in voller Länge drauf sind. Für die (noch) Uneingeweihten sei erklärt, dass es sich bei „Crimson“ um ein 38:35 Min. langes Stück handelt, welches 1996 als vollständiges Album veröffentlicht wurde. Erst Jahre nach Auflösung der Band wurde 2003 „Crimson II“ veröffentlicht. Ebenfalls als ein Song konzipiert setzt dieses Werk mit seinen 41:22 Min. dort an, wo seinerzeit der Vorgänger endete.
Guckt Euch die Tracklist an! Was soll man dazu noch sagen? Jedem Kenner wird sicherlich das Messer in der Tasche aufklappen. Ich jedenfalls kann nicht genug von diesem Potpourri bekommen! Für jeden Neuling bietet sich hier eine hervorragende Möglichkeit, sich mit EOS umfassend vertraut zu machen und das zu einem humanen Preis für eine Doppel-CD. Es sind einfach alles „must have“-Stücke, die über das schändliche Fehlen von EOS CDs in der Sammlung zumindest einigermaßen hinwegtrösten können. 100 % Kauftipp! Es sei denn, man hat alles schon und lässt sich auch nicht durch die Fotos, die die Band in (sehr) jungen Jahren zeigen, zum Kauf überreden. Dann entgehen dem Fan allerdings auch, die Anmerkungen (auf den Anglizismus „Liner Notes“ verzichte ich!), die Dan und seine früheren Weggefährten zu den einzelnen Songs abliefern. Teilweise sehr interessant zu lesen, was die Musiker über die Songs denken. Der Vollständigkeit halber sollen auch die Texte zu allen Songs (außer Crimson I & II) erwähnt werden! Was muss man denn noch alles schreiben, um selbst dem letzten Arschgesicht klar zu machen, dass es sich hier nicht um Fanabzocke handelt?! Das gelungene Artwork vielleicht, welches die Cover aller früheren Alben vereint! Ach ja: gibt es auch als Digipack. Buy or die!
Tracklist:
Lineup:
1. Tales
2. Human Aberration
3. Enigma
4. In the veins / Darker than black
5. The masquerade
6. Lost
7. Until Eternity Ends
8. The Eternal Eclipse
9. Twilight
10. Black Tears
11. 15:36
12. Hell is where the heart is
13. Hell written
14. Bleed you dry
15. Crimson
16. Crimson II
ohne Wertung von Karsten (am 18.06.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Death, Grind und alles was auf -core endet ! :-) Aber auch vieles andere ist willkommen...
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