Letztes Jahr auf dem Eisenwahn Festival stach mir (und nicht nur mir) eine Band besonders ins Gehör: die niederländische Band Elexorien. Mit einer Virtuosen Hin und Her zwischen der klaren weiblichen und der mäßig gekeiften männlichen Stimme konnte die Band mich absolut fesseln. Umso mehr habe ich mich gefreut, als vor ein paar Tagen die erste CD in der Hand hatte.
Fulminant beginnt die Scheibe nach einem genretypischen Intro mit The Curse, das mich gleich an das oben genannte Festival erinnerte. Allerdings sind die Wechsel zwischen den Stimmen nicht ganz so wie damals, oder ist das Gedächtnispositivismus? Behutsam mir Keyboards hinterlegt stürmen die Holländer Song für Song durch die CD, Battle Metal eben. Set In Stone passt sich da ebenso ein wie Risning of the Storm. Immer wieder setzt die Stimme von Iné deutliche Akzente und gelegentlich darf auch mal das Keyboard nach vorn. Das erinnert dann schon mal an die Mit-Battler aus Finnland ohne diese zu kopieren. Smeagol schließlich bietet genau jenen Sangesdialog, den ich erwartet hatte (doch nicht nur eine schöne Erinnerung). Im Übrigen ist dieses Stück das erste mehrere Lieder, die in unterschiedliche Abschnitte aufgeteilt sind. Wäre im Booklet der Text nicht mit beiger Mikroschrift auf dunkelbraunen Hintergrund gedruckt worden, hätte man sogar eine Chance, etwas mitlesen zu können.
Episch geht die Scheibe weiter. So richtig interessant wird dann Dryads & Trolls. Anfangs könnte das fast von Blackmore stammen, zum Glück aber wirklich nur am Anfang. Ohne das melodische Thema zu verlassen schwingt sich der Song vom anfänglichen leichten Gespiele zu immer härteren Tönen auf. Schließlich übernimmt Leinedils böser Gesang um wieder von Iné abgelöst zu werden. Das ist es, das hat mir damals im letzten Sommer die Gänsehaut verursacht und dazu ist die Nummer auch auf Silberling in der Lage. The Disciple Of The Night Under A Starless Sky (wow, was für ein Titel) stellt schließlich den Höhepunkt des Albums dar. Hier wird die Hauptschlacht de Stimmen geschlagen und die instrumentalen Hilfstruppen unterstützen beide Seiten gleichermaßen.
Mit Running With The Wolves Of War findet das Werk denn einen würdigen Abschluss mit noch mal recht brauchbaren Gitarrenpassagen und einem hübschen Gedresche auf die Instrumente.
Ich gehe mal davon aus, das die CD mehr ist als nur eine Ansammlung von Liedern. Leider hatte ich werde Zeit noch Lust, mich mit der Entzifferung winziger Buchstaben zu beschäftigen. Liebe Elexoriener und Trollzörner: ich bin gerne bereit, den CD-Text hier bei Metalglory lesbar zu veröffentlichen. Ich denke, es würde sich lohnen.
Davon abgesehen ist die CD ein recht gelungenes Debut-Album, das sich hinter anderen vergleichbaren Scheiben nicht verstecken muss. Wer allerdings eine Kopie von Turisas erwartet, der wird ganz sicher enttäuscht sein. Elexorien bietet eine völlig eigene Interpretation des Themas Schlachtendröhnung.
Tracklist:
Lineup:
1. A Call To Arms
2. The Curse
3. Set In Stone
4. Rising Of The Storm
5. Sméagol
6. The Serpent Strikes At Sunstone Hill - Part I
7. Dryads & Trolls
8. The Serpent Strikes At Sunstone Hill - Part II
9. The Disciple Of The Night Under A Starless Sky
10. Running With The Wolves Of War
musikalischer Background des Verfassers Hardrock, 80er Metal, Mittelalter, Pagan, Viking, Death
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