Daniel Palmqvist ist ein schwedischer Gitarrist, der nach langjährigen Erfahrungen als Lehrer, Live- und Studiomusiker nun seine erste Platte veröffentlicht. Zwölf instrumentale Eigenkompositionen präsentiert er. Als Vorbilder gibt er unter anderem den klassisch beeinflussten Metaller Yngwie Malmsteen, den auch im Blues tätigen Eric Johnson, den Toto-Gitarristen Steve Lukather, den Modern-Jazzer Allan Holdsworth und den, ich sag mal etwas vereinfachend, Slow-Melodic-Jazzer Pat Metheny (der schon mal zu einer 42-saitigen Gitarre greift) an. Aus dieser Mischung entsteht ein ruhiger, präziser Stil, der jedoch insgesamt die durch diese Vielfalt geweckte Erwartung nicht erfüllt. Über lange Phasen klingt er verkopft, in Theorien verfangen, noch nicht befreit, vielleicht ein wenig wie David Gilmour im Mark-Knopfler-Tempo und ohne beider Herz.
Dabei beginnt die Scheibe sehr schön. Sein Intro kombiniert eine Akustikgitarre, einen jazzigen zurückhaltenden Bass, sphärische Keyboards. Devil's Dance bestätigt eher die Befürchtungen, die bei der Beschreibung "Instrumental-Solo-Album eines aufstrebenden Gitarristen" aufkommen: Zwei bis drei Gitarren bestimmen den Song, den Keyboards bleibt wenig Platz, die Variabilität im Spiel rettet den Song so gerade. Ruhiger, aber nicht prinzipiell anders kommt der zweite Song. In Things Were Different wird er noch ruhiger, Metheny spielt Dire Straits oder so. Bei Riddle Me This übergibt Palmqvist dem Piano eine größere Rolle (was noch weit davon entfernt ist, dass es die Melodie trägt) und zeigt etwas mehr Abwechslung.
Doch dann fällt die Platte ab. Carte Blance versucht eine härtere Gangart, was nur bedingt gelingt, weil sein präzises Spiel kein besonderes Feeling beim hohen Tempo rüberbringt. Truffle Shuffle erinnert ein bisschen an Dave Lee Roths Kalifornien-Gute-Laune-Zeugs beispielsweise auf der Skyscraper, aber ohne seine Sunshine-Stimme wirken solche Songs einfach nicht. Auch bei Behind The Mirror kommen eher Erinnerungen an 80er-Kram wie die langweiligen Parts von Hacketts Solo-Scheiben auf, das ist schon fast nervig. Von den folgenden Songs bleibt ebenfalls wenig hängen. Etwas abwechslungsreicher spielt Palmqvist beim letzten Lied, hier kommen auch wieder verstärkt andere Instrumente zum Einsatz.
Die Platte wirkt vor allem in der zweiten Hälfte wenig unterhaltsam, dort spielt jeder Song abwechslungsarm einen Stil herunter – ohne dabei weit vom Midtempo-Rock abzuweichen. Die ersten fünf Songs und der letzte kommen besser, empfehlenswert für Hörer, die ruhige Saitenmusik ohne Gesang mögen. Doch Palmqvist zeigt mal wieder, dass ein guter Gitarrist zwar für gute Gitarrenarbeit sorgt, aber noch lange nicht für gute und abwechslungsreiche Songs. Die ordentlichen Begleitmusiker (außer den aufgeführten kommen für einzelne Songs weitere zum Einsatz) machen die Platte erträglich, teils sogar durchaus hörenswert. Insgesamt ist jedoch keine spannende Rockplatte entstanden, sondern eher eine Stilschau, eine Bewerbung zur Aufnahme in eine richtige Band.
Tracklist:
Lineup:
01. Welcome
02. Devil's Dance
03. Moment of Clarity
04. If Things Were Different
05. Riddle Me This
06. Carte Blanche
07. After the Rain
08. Truffle Shuffle
09. Behind the Mirror
10. Song for Pongo
11. Words of Wisdom
12. A Landscape Made from Dreams (Farewell)
musikalischer Background des Verfassers Progressive Metal, Heavy Metal, Melodic Metal, bisschen Gothic/Dark, aber auch ProgRock, Emo
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