Keine Frage: John West gehört mit seiner facettenreichen, ausdrucksstarken und fesselnden Stimme zu den stärksten Sängern der Hard Rock/Metal-Szene. Bekannt geworden ist der Workoholic vor allem durch den Einstieg bei den Dänen Royal Hunt, deren letztes Album mich mehr als enttäuscht hat. Umso erfreulicher, dass das vierte Soloalbum nicht nur ein legeres Hard Rock Album mit leichtem Retro-Anstrich und Abwechslungsreichtum ist, sondern auch mit unwiderstehlicher Klasse überzeugen kann.
Das Intro geleitet mit proggigen, orchestralen Tönen zum eigentlichen Opener „Fade“, ein kerniges, gitarrendominiertes Stück im mittleren Tempo. Im Journey-Stil mit schönen melancholischen Untertönen geht es mit dem bärenstarken „Set Me Free“ weiter, bevor „Give Me A Sing“ durch klassische Synthesizer-Klängen eine Reise in die Vergangenheit des Hard Rock ist. Es folgt (vielleicht etwas zu früh in der Spielfolge) das langsame, bluesige „Highway to Roppongi“. Mit dem folgenden „Over my Head“ gibt es dann erdigen, progessiven Rock mit flotten Riffs. Treibender und nackenlastiger präsentiert sich danach „The one that got away“, während die Halbballade „Falling Down“ in die 80er entführt und vor allem durch Johns ruhigem Gesang getragen wird. Noch ein Stück softer wird es mit der kitschfreien Ballade „Slipping Away“. Dank „One More Lie“, das sehr ruhig anfängt, wird es kurz vor dem Ende des Albums noch einmal deutlich rockiger, bevor „Better Believe“ erneut Kuschelstimmung verbreitet, die mit dem starken Gitarren-Insturmental „Puerto Amor“ ihren stimmungsvollen Höhepunkt findet.
Persönlich finde ich die Anordnung der Stücke etwas unglücklich, was aber nichts daran ändert, dass „Long Time...No Sing“ ein durch und durch wunderbares Album geworden ist.
Tracklist:
Lineup:
1. Let us pray
2. Fade
3. Set me free
4. Give me a Sign
5. Highway Roppongi
6. Over my Head
7. The one that got away
8. Falling down
9. Slipping away
10. One more lie
11. Better believe
12. Puerto Amor
musikalischer Background des Verfassers True-und Power-Metal, Viking/Pagan/Folk-Metal, Osteuropa und Exoten in jeglicher Form, Genreübergreifendes, auch mal Thrash oder Death und Black in melodischer Ausprägung sowie ein wenig Gothic und Punk.
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