Thurisaz soll sie nun also heißen, meine neu entdeckte Leidenschaft...
Aber mal langsam...WAS FÜR EINE SCHEIBE!?! Das ist wirklich unglaublich. Von der Aufmachung her in einem melancholisch anmutenden Lila gehalten, zeigt das Cover eine nebelige Landschaft karger Bäume, die, von der natürlichen Anordnung abweichend, über Vollmond und See trohnen. Doch hinter dieser ach´ so ruhigen Aufmachung ist das wahre Feuerwerk an Emotionen verborgen. Und so ist der Bandname offenbar Programm! Thurisaz, in erster Linie eine Rune der Extreme, welche auch in enger Verbindung zu den Riesen steht, die nun ihrerseits (laut nordischer Mythologie) für alle Unwetter verantwortlich sind/ gemacht werden, haben genau das zu bieten. Ein Unwetter angestauter Aggressionen, welche sich nun im "Scent of a dream" entladen. Und das in einer wahnsinnigen Vielschichtigkeit, das es nur so in den Ohren klingelt! Wunderschöne (Keyboard-)Melodien, die eine Sehnsucht ausdrücken, dass einem das Herz blutet, zwei-, ja sogar dreistimmige Gesangsparts (die Apokalyptischen Reiter haben so was drauf) die das ewige Pro und Contra eines Lebens perfekt besingen und eben diese Mischung aus Doom, Death und Epic Metal. Ein Knüppelpart hinterfängt zweistimmige Gitarren, wandelt sich zum schleppenden Midtempo, dann durchbricht schmerzend ein (Keyboard-)Klavier eine endliche Stille...
Mit meinen musikalischen Stilvergleichen bin ich da eigentlich fast am Ende...Aber lassen wir es mal auf einen Versuch ankommen. Was kann man also in den Thurisaz-Zutatentopf werfen? Graveworms "Awake", eine Prise Empyrium, ein Schuß While Heaven Wept und ein Quänt´chen Dorn („Falschheit“) dann haben wir ein annäherndes Süppchen. Aber wirklich nur annähernd.
Bei Musik kann man ja zum Glück auch von dem "gewissen Etwas" sprechen und das haben die fünf Belgier in jedem Fall. Ist natürlich wie immer Geschmackssache. Der Mix aus diversen Stilen gelingt Thurisaz auf jeden Fall und so wirkt es komplex, ohne jedoch anstrengend zu sein.
Der Bandname passt nicht ganz zum restlichen Konzept, da er ja doch ein wenig nordische Mythologie in Text und Musik vermuten lässt, was aber nicht der Fall ist. Allein im 5. und absoluten Höhepunkt (!!!) der CD, "Anno Viroviacum", wird ein "brave man" auf die Suche nach dem schönen "Northland" geschickt. Naja, nicht wirklich mythologisch...
Als einziger Kritikpunkt würde mir nur die, mit 39 Minuten, doch sehr kurze Spiellänge der CD einfallen, auf der dann leider auch noch zwei "Put your head on my shoulder"- Balladen zu finden sind. Die dann in ihrer, durchaus schönen, doch eben sehr schleppenden, fast schnulzigen Art, derart herausstechen, dass es nicht wirklich passt.
Fairer weise muss man den Jungs aber auch hier ein gewissen Können zugestehen, denn die Balladen passen zwar nicht zu dem Rest, einzeln gewürdigt, ertönen sie aber wunderschön melancholisch aus den Boxen.
Ab September 2004 könnt ihr euch also auf die Socken machen und nach der CD suchen, dürfte nicht ganz leicht sein an sie ranzukommen, da sowohl Plattenfirma, als auch Vertrieb eher unbekannt sind. Lasst euch aber nicht abschrecken, die Mühe lohnt sich!
Tracklist:
1. A timeless flame
2. Scent of a dream
3. Years of silence
4. When images are fading
5. Anno Viroviacum
6. Endless…
Line up:
Kobe Cannière: Keyboard / vocals
Matthias Theuwen: Guitar / Vocals
Peter Theuwen: Guitar / Vocals
Lars Vereecke: Bass
Pepijn De Raeymaecker: Drums
Discography:
2002 Demo CD “Anno Viroviacum”
7.5 Punkte von Steffi (am 24.07.2004)
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musikalischer Background des Verfassers (Fast) alles aus dem breit gefächerten Bereich des Pagan/Viking Metal. Gerne deftigen Schwarzmetall; nen bissl Death und Doom. Hauptsache ist es knallt und überzeugt mich!
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