Meine Fresse, hier gibt es auf die Kauleiste. Viron aus Hessen proklamieren mal eben so nebenbei die New Wave of German Heavy Metal und machen dabei wahrlich keine Gefangenen. Die Gitarre rast im Eiltempo durch die Riffs, und die Drums bollern dem geneigten Banger das Hirn heraus und das Herz frei. Dazu gibt es mit Alexx Stahl einen melodischen, tonsicheren Sänger, der einwandfrei in der teutonischen Championsleague spielt. Ein meisterliches Klampfensolo der Marke superfurios mit mächtigem Doublebass Geboller und sogar gehörigem Geprügel unterlegt tut sein übriges – auf meinem Gesicht macht sich ein Grinsen breit, das die nächsten fünfundfünfzig Minuten nicht mehr verschwinden wird. Viron zaubern Heavy Metal zwischen Power, Speed und Thrash auf ihren ersten Silberling, der so mächtig ballert, dass es eine wahre Freude ist. Abwechslungsreiche Songstrukturen wie bei der episch stampfenden Bandhymne sorgen für sehr viel Kurzweile. Besonders beeindruckt bin ich von der anspruchsvollen, aber dennoch stets eingängigen Agilität des Riffings. Und die sehr mächtige Rhythmussektion mit Basser Ingmar Holzhauer und Drumtier Neudi bläst so einiges weg. Bei Viron fehlt nicht einmal das Salz, das zu jeder schwermetallischen Suppe dazu gehört: ausgefeilte, versiert und leidenschaftlich gespielte Gitarrensoli. Wenn diese Jungs noch keinen Volltreffer bei mir landen können, dann liegt das vielleicht daran, dass ich Alexx als Sänger technisch zwar sehr bewundere, mir vielleicht aber doch noch mehr Power in der Stimme wünsche würde. Irgendwie passt seine Stimme, die eher an Axxis oder die Pinkies erinnert, nicht so ganz zu einer Warriror Ballade wie „Winds of Valhalla“. Vielleicht fehlen mir auch noch die ganz großen Hits. Also noch kein Kniefall, aber eine tiefe Verbeugung vor dieser hammergeilen Band. Man merkt die Spielfreude dieser Jungs, die tiefe Hingabe zu richtig fettem Heavy Metal in jeder einzelnen Note. Anspieltipps: der komplexe Midtempo Track „For her majesty“ – hängt an einen Dio Stampfer mehrere Tonnen Blei, und ihr kommt bei diesem Song an – das für einen Speed Kracher extrem geil arrangierte „Born out of light“ und natürlich das Mini Epos „Doomsday“. Wem diese ganze Grütze mit Italian Hollywood Metal, Female Metal, Black Metal und so weiter auf den Sack geht, der wird hier erster Klasse abgeholt.
7.5 Punkte von Christian (am 17.04.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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