Nun reihen sich FORCE OF EVIL in die Reihe der Bands ein, die meinen, nach nur einer Studio-CD schon eine Live-DVD auf den ohnehin schon überfüllten Markt zu werfen. Und das auch noch mit einem Mitschnitt des zweiten Konzertes, das die Band überhaupt jemals zusammen gegeben hat. Ein sehr gewagtes Unterfangen.
Aber bei FORCE OF EVIL handelt es sich nicht um eine x-beliebige Underground-Band, sondern um gestandene Musiker, die ein weiteres Betätigungsfeld neben ihren Hauptbands suchten und gefunden haben. Hier toben sich Martin Steene (Iron Fire), Hank Shermann (Mercyful Fate), Michael Denner (Mercyful Fate, King Diamond), Hal Patino (King Diamond) und Bjarne T. Holm (Mercyful Fate) ohne Beschränkungen aus. Über die Musik der Gruppe lasse ich mich hier nicht weiter aus, lest dazu einfach das Review der selbstbetitelten Debüt-CD vom meinem Kollegen Christian.
Das auf der DVD verewigte Konzert wurde im November 2003 in Stockholm aufgenommen, als FORCE OF EVIL den Opener für die beiden Doom-Götter TROUBLE und CANDLEMASS machen durften. Dies ist einerseits eine große Ehre für die Band, birgt aber andererseits auch zwei Nachteile. Erstens ist bei dem Opener die Halle noch nicht so gefüllt, was ein bißchen zu Lasten der visuell eingefangenen Stimmung im Publikum geht. Zweitens sind FORCE OF EVIL zu sehr Power-Metal für die anwesenden Doom-Jünger, die am meisten bei den langsamen Passagen wie z.B. bei dem Song „Samhain“ mitbangen.
Gespielt wurden bis auf 2 Songs, alle Lieder der letztes Jahr erschienen Debüt-CD „Force of Evil“, wobei sich unter den fehlen Tracks zum Glück auch „Misery Man“ befindet. Hinzu kam ein neuer Song namens „Death comes crawling“, welcher unwahrscheinlich Appetit auf die nächste CD macht, denn er ist einfach nur geil! Die Highlights im Set sind aber eindeutig die MERCYFUL FATE Klassiker „Curse of the Pharaohs“ und „Evil“, die beide vom 83er Album „Melissa“ stammen, wobei Martin Steene aber definitiv nicht an King Diamond heranreicht.
Auch wenn die Musiker durch ihre jahrelange Bühnenpräsenz und Erfahrung einen professionellen und eingespielten Eindruck hinterlassen, so ist der IRON FIRE Sänger doch der Schwachpunkt im Ganzen. So geil-genial sich seine Stimme auf CD anhört, kann er sie live doch überhaupt nicht zur Geltung bringen. Er singt nur in den mittleren Tonlagen und verzichtet komplett auf die hellen, hohen Schreie, von denen beispielsweise der Überhammer „Hell on Earth“ im Refrain lebt.
Als Bonusmaterial befinden sich auf der DVD zwei Songs vom allerersten Konzert der Band auf dem Cleveland Rock Festival 2003 (mit dabei auch der fehlende Song „Misery Man“). Interviews, In-The-Studio Aufnahmen, Image Gallery und Biography.
1. The Calling
2. Demonized
3. Fountain of Grace
4. Mindbreaker
5. Eye of the Storm
6. Curse of the Pharaohs
7. Eternity
8. Hell on Earth
9. Samhain
10. Death comes crawling
11. Evil.
6.0 Punkte von Tomektor (am 24.05.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
X Alltime-Klassix Top6
1. Kiss "alles"
2. Helloween "Walls of Jericho"
3. Accept "Staying a Life"
4. Saxon "Greatest Hits Live"
5. Metal Church "The Dark"
6. Iron Maiden "The Number of the Beast"
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