Wer HORRIFIED kennt, hebe jetzt bitte die Hand! Aha, sind also doch nicht so viele!
HORRIFIED kommen aus Griechenland und sind eigentlich schon seit 1990 unterwegs, um die Welt mit ihrem Gothic/Death/Doom Metal zu entzücken. OK, jetzt nicht gleich wieder wegklicken, Gothic ist nicht gleich Gothic.
Sie begannen 1990 mit ihrem ersten Demo, 'Prophecy of gore', von sich reden zu machen. In den darauf folgenden zwei Jahren erschienen noch zwei weiter Singles, die, wie auch das Demo, noch sehr im - von englischen Bands wie PARADISE LOST oder MY DYING BRIDE geprägten - Death Metal verwurzelt waren.
Genau betrachtet begannen HORRIFIED zur selben Zeit und mit dem gleichen Stil wie die zwei oben genannten Bands, und vollzogen mit der Zeit auch den gleichen Richtungswechsel.
Im Jahre 1993 kam das fulminante Debutalbum auf den Markt, mit dem Titel 'In the garden of the unearthly delights', das nun re-released wurde.
Im Gegensatz zu PARADISE LOST und MY DYING BRIDE, bleiben die Death Metal-Roots von HORRIFIED weitgehend auch bis heute noch erhalten. Aber das hat jetzt nichts mit dem Re-Release zu tun.
Das Debutalbum, 'In the garden of...', ist am ehesten mit dem Album 'Gothic' von Paradise Lost zu vergleichen. Gediegener Death Metal, bestückt mit Panflöten, Geigen, Klavier und mit orchestralen Female-Vocals. Durch die Neuauflage des besagten Albums, kann man auch sehr schön den Werdegang von HOORIFIED nachvollziehen, da es die ersten beiden Singles, 'The ancient whisper of wisdom' (12'') und 'Eternal god' (7''), als Bonustracks enthält.
Orig.1993 / In the garden of the unearthly delights: (1-10)
Death Metal im Midtempo-Bereich, mit herrlichen Doom-Einschüben und Großteils derben
Growl-Vocals. Einige akustische Instrumentals (The awakening, Baptized in venereal blood) sowie ein Song mit 'Female-Vocals-Only' (Crawling silence) haben sich auch mit eingeschlichen.
Der Rest ist in bester My Dying Bride- (zu As the flowers withers/Turn loose the swans-Zeiten) oder Paradise Lost- (zu Lost paradise/Gothic-Zeiten) Manier und ist für jeden, der das Wischiwaschi der Jetztzeit der beiden oben genannten Bands leid ist und 'In the garden of...' von HORRIFIED noch nicht sein Eigen nennt, eine wahre Offenbarung. Tracks wie 'Elisaph' oder 'Dying forst' haben noch immer Ohrwurmqualitäten.
Orig.1992 / The ancient whisper of wisdom: (11-12)
Schleppender Death Metal mit massiver Doom-Ausrichtung, der die zukünftige Orientierung sehr gut erahnen lässt, verträumte Soli mit stimmungsvollen Keyboards tun ihr Übriges. Zum ersten Mal gab es auch die Female-Vocals, die sich perfekt in den Kontext von den beiden Tracks (Seperial dominion, Astral submersion) einfügten. Die Drums poltern noch etwas und die Produktion ist noch nicht ganz perfekt; geht aber für eine Vinyl-LP aus dem Jahre 1992 total in Ordnung.
Orig.1990 / Eternal god: (13-15)
Nach einem kurzen Intro (Beyond the chaos), geht’s auch schon los mit grundsolidem Midtempo-Death Metal (Eternal god). Shreddernde Gitarren und einfachen Drumgelagen ohne jeglichen Keyboards oder den - später dann obligatorisch für diesen Sound - Female-Vocals.
Wie auch der zweite Track (Altars of the abyss), hauen beide noch etwas mehr auf die Kacke, als die Veröffentlichungen, die noch folgen sollten. Hier gibt es noch haufenweise schnelle Todesblei-Attacken. Einzig die Produktion ist nicht so das Gelbe vom Ei. Die Drums scheppern und die Gitarren werden stellenweise fast ganz in den Hintergrund gedrängt.
Orig.2003 / Etah morena: (16)
Ein instrumentales Überbleibsel aus den Recording-Sessions zu 'Deus diabolus inversus'.
Death Metal in typischem Death/Doom-Stil der Anfangstage. Teilweise etwas psychedelisch angehaucht, was somit ein bisschen an die mittlere Schaffensphase von Amorphis erinnert.
Midtempo Doom/Death mit harten Gitarren und netten Harmonien.
Ein Re-Release, das Sinn macht und mit Bonustracks wahrlich nicht geizt. Ein neues Cover gibt’s noch dazu, das vom aktuellen HORRIFIED-Logo geziert wird!
Gut gemacht, Black Lotus Records.
7.0 Punkte von Meaningless (am 02.03.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Death Metal (bevorzugt SwedenDeath), Thrash Metal, Stoner Rock, Power Metal, Hardcore, Doom Metal
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