2000 erschien das bisher letzte Album der Griechen Necromantia. „IV: Malice“ weckte nach der sehr starken EP „Ancient Pride“ durchaus Hoffnungen auf einen wahren Klassiker hellenistischen Black Metals, doch die Steigerung, die Necromantia mit ihren ersten drei Werken durchschritten hatten, sollte nicht anhalten. Relativ belanglos klimpert man sich durch die ersten vier Nummern, konzentriert sich auf eine Mischung aus nichts sagenden Keyboards, durchschnittlichen Riffs und einen im Vergleich der vorigen Werke seltsam unangenehm phrasierenden Schreihals. Auch die Aura der Stücke hat viel von ihrer südlichen Schwüle, ihrer okkulten Dunkelheit eingebüßt, sodass „IV: Malice“ als reichlich durchschnittliches, schlecht produziertes (seit dem Wegfall der besonderen Atmosphäre der letzten Werke trägt der undifferenzierte Sound einfach nicht mehr zur Stimmung bei) Black Metal-Werk seinen Anfang nimmt. Erstes Aufhorchen erfolgt bei „Invictus“: Endlich ertönen wieder eigenständige, interessante Bassklänge, die Keyboards wissen mystische Akzente zu setzen und der Rhythmus kommt am ehesten älteren Stücken Necromantias gleich. Doch auch der Rest der Scheibe weiß den Hörer nicht recht aus einer Art unbeteiligten Lethargie zu wecken. Vermehrte Thrash-Einflüsse stehen den Stücken nicht wirklich gut zu Gesicht, sodass die reguläre Spielzeit bis auf den wirklich guten und schleppenden Anfang und den betörenden, ruhigen Mittelteil von „Circle Of Burned Doves“ ohne große Überraschungen vorübergeht. Nichts schlechtes, jedoch bei weitem nichts, was man nach „Ancient Pride“ erwartet hätte. Schade eigentlich. Als Bonustrack versuchte man sich diesmal an Running Wilds „Mordor“: Einigermaßen gelungenes Experiment, die Griechen wissen den Spirit der Piraten zufrieden stellend auf ein bassdominiertes Black Metal-Niveau zu bringen. Ehrenrettung für die Wiederveröffentlichung quasi.Bleibt festzuhalten, dass das Vorhaben von Black Lotus Records, alle vier Necromantia-ALben neu aufzulegen nur bedingt als gelungen zu bezeichnen ist, da man neben durchgehend miesen Artworks gerade einmal die Bonustracks beigefügt hat, die bereits auf dem Jubiläumsalbum der Griechen zu finden waren. Würde mich nicht wundern, wenn das Label auf einigen ihrer auf jeweils 1000 Stück limitierten Digis sitzen bleiben würden.
6.0 Punkte von Björn Springorum (am 01.03.2006)
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