Was war ich überrascht und neugierig, als ich einen dicken Umschlag aus der „Republic of China“ (also Taiwan) in meinem Briefkasten vorfand. Drin befand sich eine CD von SERAPHIM. Hmm, den Namen hatte ich schon mal gehört, da ja Arise deren erste beiden CDs „The Soul that never dies“ und “The equal Spirit“ für den europäischen Markt lizenziert hatten. Und hier folgte jetzt die dritte aktuelle CD „Ai“.
Geboten wird erstklassiger Powermetal mit einer opernhaften Sängerin. Melodien und Gesang erinnern einen sofort an NIGHTWISH, was nicht von ungefähr kommt. Zwar wurde die CD in deren Heimatstadt Taipeh aufgenommen, aber dann in Finnland in den Finnvox Studios gemixt und gemastert. Und zwar genau von Mikko Karmila und Mika Jussila, die beide auch für NIGHTWISH an den Reglern saßen. So könnte man genaugenommen von einem Klon sprechen, wenn dieser CD nicht etwas faszinierendes Eigenes entströmen würde.
Im Gegensatz zu anderen NIGHTWISH Kopien singt Pay Lee nämlich auf Chinesisch! Das ist dann somit genau der richtige Stoff für einen Exoten-Fan und –Sammler wie mich. Ich finde es immer positiv, wenn eine Gruppe nicht im Einheits-Englisch singt, sondern sich ihrer Muttersprache bedient und sich somit von den Tausenden anderen Bands absetzt. Es kling einfach erfrischend anders, mal Metal auf Französisch, Polnisch, Russisch, Tschechisch, Ungarisch, Japanisch oder eben jetzt auch auf Chinesisch zu hören. Leider wird es für euch wohl etwas schwerer werden, an diese Original-Version heranzukommen, da Arise schon die ersten beiden CDs von SERAPHIM in Europa nur in der englischsprachigen Version veröffentlicht hat.
Nachdem ich mich nun lange über den Gesang ausgelassen habe, komme ich noch mal zur Musik. Alle 11 Songs (plus Intro & Outro) bestechen durch NIGHTWISH-mäßige Melodien und Songstrukturen. Dafür daß der Sound erstklassig ist, stehen ja schon Mikko und Mika. Obwohl sich alle Songs auf gleichem hohen Niveau bewegen, so hat es mir doch der siebte Song „My“ am meisten angetan. Diese gefühlvolle Melodie und der engelhafte Gesang bleiben einem einfach sofort im Ohr hängen. Auch Song Nummer 9 „Alone“ bleibt sofort hängen, was aber eher an der gekonnten Einarbeitung einer kurzen Gitarrenmelodie aus „Eleonor Rigby“ von den BEATLES liegt. Besonderen Abwechslungsreichtum zeigen SERAPHIM bei „Before“. Hier werden die Gesangsmelodien der Sängerin durch fast schon black-thrash-mäßige Kreischparts des Bassisten aufgelockert.
Ich weiß zwar nicht, wie die wohl später erscheinende englische Europa-Version klingen wird, empfehle euch aber jetzt schon uneingeschränkt, z.B. bei Ebay die Augen nach diesem chinesischen Original aufzuhalten. Es lohnt sich!
v: Pay Lee
g: Kessier Hsu
g: Lucas Huang
b & v: Jax Yeh
d: Simon Lin
1. Intro
2. Tears
3. Resurrect
4. Implementation
5. Desperate
6. Can´t take
7. My
8. In the Air
9. Alone
10. Before
11. Is that?
12. Instantaneous
13. The End
8.0 Punkte von Tomektor (am 24.04.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
X Alltime-Klassix Top6
1. Kiss "alles"
2. Helloween "Walls of Jericho"
3. Accept "Staying a Life"
4. Saxon "Greatest Hits Live"
5. Metal Church "The Dark"
6. Iron Maiden "The Number of the Beast"
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