Die deutsch-griechischen Power Metaller MYSTIC PROPHECY haben spätestens seit ihrer großzügigen Aktion Ende letzten Jahres, als sie ihre Fans zweimal zu einem kostenlosen Konzert zwecks Aufnahme einer Live DVD nach Bochum eingeladen haben, einen dicken Stein bei mir im Brett. Umso gespannter war ich auf ihre vierte CD "Savage Souls", galt es doch im Vorfeld, einige Besetzungswechsel zu kompensieren, denn schließlich haben Gitarrist Gus G. (zu FIREWIND) und Drummer Dennis Ekdahl (zu RAISE HELL) die Band aus freien Stücken verlassen.
Um jetzt gleich mit der Türe ins Haus zu fallen: "Savage Souls" ist ein sattes Pfund geworden, mit dem MYSTIC PROPHECY die Meßlatte für weitere Taten ziemlich hoch legen. Insgesamt ist die neue CD im Vergleich zum Vorgänger etwas düsterer von der Grundstimmung her ausgefallen, ohne dabei jedoch an Aggressivität, Melodie und Frische einzubüßen. Schon der Opener "Shadows Beyond My Soul" erfüllt alle Anforderungen, die man an einen klasse Power Metal Song stellen kann: messerscharfe Riffs, eine charismatische Stimme, ausgefeilte Melodieläufe, Gitarrensolo-Duelle und ein episch-eingängiger Refrain mit Gänsehaut-Garantie, der einem so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis geht. Geil!
Aber die Fünf machen nicht nur bei weiteren hymnisch gehaltenen Uptempo-Nummern wie "Best Days Of My Life" und dem schmissigen "Nightmares Of Demon" eine gute Figur, denn beim Songwriting wurde erkennbar großer Wert auf Abwechslungsreichtum gelegt. Zwei gute Beispiele dafür sind sowohl der Titelsong, als auch "Sins And Sorrows". Beide kommen schleppend, aber heavy im Midtempo aus den Boxen gestampft und erinnern dabei an vergleichbare Outputs von JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH oder ICED EARTH. Fredrik Nordström hat dem Silberling in seinem Fredman-Studio einen tadellosen, wuchtigen Sound verpaßt; als Producer fungierte der gute Lia persönlich. Neben den -ich sage 'mal traditionellen- Power Metal Tracks mit heftigen, treibenden Gitarren und Drums ("Victim Of Fate", "Deception Of Hate") gibt es zum guten Schluß nach knapp 60 kurzweiligen Minuten noch einen getragenen, epischen Bombast-Song namens "Into The Fire", der ein gelungenes Werk würdig beendet. Wer etwas Geduld aufbringt, der hört einige Minuten später einen kurzen Sketch, mehr sei hier nicht verraten.
Track-List
01. Shadows Beyond My Soul
02. Master Of Sins
03. Evil Empires
04. Savage Souls
05. In The Darkness
06. Deception Of Hate
07. Sins And Sorrows
08. Best Days Of My Life
09. Nightmares Of Demon
10. Victim Of Fate
11. Into The Fire
Line-Up
R.D. "Lia" Liapakis - Vocals
Markus Pohl - Guitar
Martin Grimm - Guitar
Martin Albrecht - Bass
Matthias Straub - Drums
8.5 Punkte von Armin (am 07.02.2006)
Deine Meinung ist gefragt:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
X Aktuelle Top6
1. Ensiferum "Victory Songs"
2. Gernotshagen "Märe aus wäldernen Hallen"
3. Troopers "Bestialisch"
4. Turisas "The Varangian Way"
5. Witchburner "Blood Of Witches"
6. Excrementory Grindfuckers "Bitte nicht vor den Gästen"
X Alltime-Klassix Top6
1. Slayer "Reign In Blood"
2. Metallica "Master Of Puppets"
3. Slayer "Hell Awaits"
4. Anthrax "Among The Living"
5. Overkill "Taking Over"
6. Metallica "Ride The Lightning"
[ Seit dem 07.02.06 wurde der Artikel 4404 mal gelesen ]