Hallelujah! Endlich mal wieder singende Rollenspieler. Wir kramen also die Plastikschwerter hervor, ziehen uns ein paar Schnürhemden an und lassen den W20 rollen. Ok, nehmen wir den W10, denn weiter reicht die Metalglory Skala nicht. Wie heißt es so schön im Infoschreiben? „Versteckt euch nicht länger, ihr Abenteurer,...“. Alles klar, für ein Abenteuer bin ich immer zu haben. Ich bezweifle jedoch, dass Elizium und ich dabei an dasselbe denken. Bevor ich jetzt anfange, über die Booklet Fotos zu lästern, gestehe ich lieber gleich, dass sich „Angel of Mistrust“ musikalisch durchaus hören lassen kann. Wenn man auf niederländischen Gothic Epic Metal steht. Ich wusste es bisher noch nicht, aber scheinbar stehe ich drauf. „Angel of Mistrust“ hat es jedenfalls ein paar Tage auf meinem mp3 Player ausgehalten. Die geniale Melodieführung des kraftvollen Männergesangs in den aufwendigen, enorm eingängigen Gesangslinien ist sehr exquisit. Leider verkümmern die anderen Instrumente daneben etwas, und so gerät die Musik von Elizium zu einer Art One Man Show von Sänger Peter Berends. Dennoch funktionieren die Songs aufgrund dessen charismatischer Stimme sehr gut. Nehmen wir zum Beispiel „Pandora“ mit seinem weit reichenden, epischen Refrain. Oder auch „Reflecting eyes“ mit dem Gegensatz zwischen der typischen Gothic Strophe und dem gefühlvollen Chorus. Ausfälle gibt es aber auch zu verzeichnen: Der Battle Metal Gehversuch „Ode to death“ geht genau so in die Hose wie der Gewaltausbruch in der Strophe von „Rape of creed“. Letztgenannter Track wird durch seinen Pink Floyd mäßigen Refrain einigermaßen gerettet. Elizium sind dann am besten, wenn sie sich breiten, emotionalen Strukturen hingeben. Das tun sie beispielsweise in dem wunderschönen „Land of scars“, bei dem eine junge Dame sporadisch unterstützt. Düster depressive Töne („Murder of crowns“) stehen ihnen weniger gut zu Gesicht. Der Rest liegt irgendwo zwischen den beschriebenen Licht- und Schattenseiten. Auffällig ist vielleicht noch der von 80er Jahre Wave beeinflusste Titelsong und das kitschige „Moonlit haze“.
Wenn sich die Band bei den Instrumenten etwas mehr Mühe gegeben hätte, wäre „Angel of Mistrust“ ein richtig gutes Album geworden. Hätte, wäre, wenn,... Beim nächsten Mal vielleicht. So liegt man knapp über dem Durchschnitt. Ganz nett, aber steigerungsfähig. Was zeigt also der W10 an? Genau. 6 Punkte.
6.0 Punkte von Christian (am 06.02.2006)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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