Midwinter stammen aus Düsseldorf und haben sich dem orchestralen Black Metal verschrieben. Nach ihrer Bandgründung 1998 folgte 2000 die erste Demo CD „Loss of Light“, bevor im November 2003 das erste full-lenght Album „Astral Mirrors“ auf CD gebannt wurde.
Was für ein Hammerteil!! Bei dem Sound, der mir da aus den Boxen entgegenbläst, kann ich es kaum glauben, daß diese Scheibe kein Labelrelease ist, sondern nur in Eigenregie veröffentlich wurde.
Nach einem von einem Klavier dominierten Intro „Through the Mirror…“ wird man durch einen blackmetallischen Schrei jäh aus den entrückten Träumen zurückgeholt, um mit „Stormclouds“ dem ersten über 7minütigen Song zu lauschen, der durch seine dramatischen Spannungsbögen sofort zu begeistern weiß.
Das nachfolgende „Dying in Vain“ erinnert mich durch den leicht stampfenden Rhythmus zu Beginn ein wenig an „Bahomet´s Throne“. Ja, irgendwie kann man SAMAEL zu „Ceremony of Opposites“-Zeiten in etwa als Vergleich nehmen, angereichert durch stärkere orchestrale Passagen. Damit meine ich aber jetzt kein verwässerndes Synthiegeplätscher, sondern kraftvolle, dramatische Spannung erzeugende Orchestralpassagen.
Das leicht hektisch beginnende „Dreamscape Revelations“ mit gesprochenen Passagen kann leider aus meiner Sicht die Qualität der beiden vorangegangenen Stücke nicht ganz halten.
„Existence means Suffering“ fällt hingegen wieder getragener aus und wird durch eine schon fast flüsternde Stimme eingeleitet, die sich im Verlauf des Stückes zu einem klavierbegleiteten, verzweifelten Kreischen steigert. Traurig schön.
Nach einer Akustik-Verschnaufpause „The Eye of the Storm (Preparing the Ritual)“ geht es mit „Evoking the Grotesque“ in die zweite CD-Hälfte. Dieser Song ist der bis dato langsamste und quält sich düster-zäh aus den Boxen, um sich in den letzten Sekunden doch noch zur Raserei zu steigern.
Bis dahin habe ich die Gruppe eigentlich als eine reine, leicht Sympho-Black-Metal-Kappele abgestempelt. Und auch der nachfolgende Song „Golden Age“ begann so, bevor urplötzlich und unerwartet im Refrain die Textzeilen „Used to ride the Day, through the Lands of Green…” chorartig, voller Inbrunst in einem heldenhaften Wikingerstil geschmettert werden. Obergenial!!! Und jetzt verstehe ich auch, weshalb die Band selbst ihren Stil als epic, powerful & emotional Black Heavy Metal umschreibt.
„Lords of Creation“ folgt dann wieder dem allgemeinen Stil dieser CD und besticht durch eine ebenfalls sehr einprägsame Refrainmelodie. Nach dem stellenweise sehr gefühlvoll vorgetragenen „Realm of Slumber“ folgt mit „The Essence“ das Finale, wobei noch einmal alle Register des Könnens gezogen werden und die Wikingerchöre, wenn auch leider nur im Refrain-Hintergrund, zu hören sind.
Alles in allen ein überaus faszinierendes und mitreißendes Stück Metal, für das sich auch Nicht-Black-Metaller erwärmen können. Bestellt werden kann die CD übrigens für 10 Euro (incl. Porto) über die oben angeführte Bandhomepage.
Für den Song „Golden Age“ gibt es die Höchstnote 10. Für die ganze CD aber „nur“ eine für eine Eigenproduktion begeisternde 9.
1. Through the Mirror…
2. Stormclouds
3. Dying in Vain
4. Dreamscape Revelations
5. Existence means Suffering
6. The Eye of the Storm (Preparing the Ritual)
7. Evoking the Grotesque
8. Golden Age
9. Lords of Creation
10. Realm of Slumber
11. The Essence
9.0 Punkte von Tomektor (am 05.04.2004)
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musikalischer Background des Verfassers Hard Rock, Heavy/Power Metal, Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, 80er-Jahre Metal, US-Metal, NWoBHM, osteuropäischer Metal jeglicher Stilrichtung
X Alltime-Klassix Top6
1. Kiss "alles"
2. Helloween "Walls of Jericho"
3. Accept "Staying a Life"
4. Saxon "Greatest Hits Live"
5. Metal Church "The Dark"
6. Iron Maiden "The Number of the Beast"
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