Mundtot (Deutschland) "Spätsommer" CD
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Mit Verzweiflung und jeder Menge Wut im Bauch rufen Mundtot auf ihrem Debüt den „Spätsommer“ unserer Welt aus, in allen Ecken kaputt und kurz vor dem Kollabieren.
Soweit so gut, vor lauter Kritik und allem uns-geht-es-schlecht bleibt allerdings über die gesamte Spielzeit ziemlich im Unklaren, was denn nun bitte gemeint ist. Konkret wird das deutsche Quartett um Sänger Tino nur selten. Die Texte auf „Spätsommer“ sind so allgemein gehalten, dass sich irgendwo wirklich jeder damit identifizieren kann – was ja im Grunde nichts Schlechtes ist. Aber man sollte sich wenigstens Mühe geben, seine Lyrics auf ein etwas anständigeres Niveau zu heben. Mit simpelsten Reimen, thematischen Wiederholungen und Oberflächlichkeit wie hier kann man davon jedoch nicht wirklich sprechen.
Musikalisch präsentiert der Vierer düsteren, getragenen Gothicrock mit ausgeprägter Liebe zum guten alten Achtziger-Wave, der die Gitarre nicht vernachlässigt, sie aber auch nicht allzu sehr in den Vordergrund stellt. Hin und wieder dominieren gradlinig rockende Passagen, zumeist steht die Klampfe aber im engen Wettbewerb mit dichten Synthie-Klangwänden und elektronischen Sounds, die ebenfalls eine prägnante Konstante darstellen. Der dunkle Gesang, bei dem sich mehr als einmal der Vergleich mit Sven Friedrich (Dreadful Shadows, Zeraphine) aufdrängt, fügt sich gut in den melancholischen Sound, so dass es hier nicht viel zu meckern gibt. Einzig die Drums klingen mir mitunter etwas zu klinisch steril.
Was schwerer wiegt, ist, dass die wirklichen musikalischen Höhepunkte ausbleiben. Es gibt wenig zu entdecken, der Ohrwurm-Effekt fehlt gänzlich, wodurch das Album nicht gerade mit dem Attribut aufregend im Gedächtnis abgespeichert wird. Hier gibt es zweifelsohne noch eine ganze Menge Arbeit!
| Tracklist: |
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Lineup: |
01. Endzeit
02. Kein Zurück
03. Felsenfest
04. Lebensleid
05. Falscher Stolz
06. Virus Mensch
07. Zweites Gesicht
08. Ein Zwischenspiel
09. Tanz den Untergang
10. Spätsommer
11. Viel zu viel
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3.5 Punkte von Laughing Moon (am 06.06.2012)
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musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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