Wir schreiben das Jahr 1982. Irgendwo in Essen wird gerade eine neue Thrash Metal Band gegründet: Tormentor. 1984 kam die Umbenennung der Band, der Name lautete absofort: Kreator. Kreator prügeln und thrashen sich nun seit 30 Jahren durch die Metalszene und veröffentlichen im Jubiläumsjahr ihr 13tes Album mit dem Namen „Phantom Antichrist“. Was soll ich noch groß zu den Teutonen sagen? Kreator sollte so gut wie jedem Metalhead und vorallem jedem Thrasher da draußen ein Begriff sein. Ich war gespannt darauf, ob sie ihre beiden letzten Outputs „Enemy Of God“ und „Hordes Of Chaos“ schlagen können, weshalb ich mir das Album sofort angemacht habe und loslegte.
Eröffnet wird mit einem kurzen Intro namens „Mars Mantra“, welcher schon ein wenig Endzeit Stimmung verbreitet. Direkt darauf folgt der Titeltrack „Phantom Antichrist“, welcher schon ein paar Wochen zuvor als Single veröffentlicht wurde. Was soll man zu dem Song groß sagen? Ein prügelnder Highspeed Thrash Song der Marke Kreator. Hier wird nicht lang gefackelt, sondern sofort auf die Mütze gehauen und der Nacken eines jeden Metalheads auf die Probe gestellt. Das darauf folgende „Death To The World“ knallt nicht minder und gibt dem Zuhörer keine Ruhe vom pausenlosen Headbangen. „Death To The World“ ist genauso wie „Phantom Antichrist“ mit einem hymnischen Refrain ausgestattet, welcher vorallem Live seine volle Wirkung entfalten wird. Der nächste Song trägt den Namen „From Blood Into Fire“, welcher wie eine Hymne aufgebaut ist. Er startet ruhig, leicht klassisch angehaucht und entfaltet nach und nach seine Wirkung. Bemerkenswert hierbei ist, dass Mille gekonnt den Wechsel zwischen rauem und sauberen Gesang hinbekommt, ohne dabei seine Aggressivität zu verlieren. Der Song wird immer schneller, nur um in einen ruhigen Part zu wechseln und dann wieder hymnenhaft einzusteigen und zu enden. „Civilization Collapse“ startet mit einem super Trommelpart und steigert sich langsam an Melodie, nur um dann Urplötzlich wie eine Flutwelle loszulegen und alles überrollt. Während des sehr eingängigen Refrains geht der Song ein wenig ruhiger zur Sache, nur um danach wieder ordentlich auf die Mütze zu hauen! Im späteren Verlauf des Songs, ist wieder der Trommelpart vom Anfang zuhören, der nur in ein fettes Sologewitter einleiten lässt. Live wird dieser Song bestimmt bald zu den Klassikern gehören. Die nächste Nummer „United In Hate“ beginnt mit einem akustischem Gitarren Intro. Fast schon wie eine Ballade. Nur um dann erneut in ein Riffgewitter wahrer Thrash Gewalt überzuleiten, welches einen einfach nur erschlägt und rumprügelt. Der Refrain in diesem Song ist einfach eine Gewalt für sich und erzeugt,welcher zumindesten bei mir reine Gänsehaut erzeugt. Das darauf folgende „The Few, The Proud, The Broken“ ist eher Midtempomäßig angehaucht und baut sich erneut erst nach und nach auf, bis es seine volle Wirkung entfaltet. Der Refrain ist mit einem hochmelodischen Solopart versehen. Erneut mangelt es hier weder an Melodie noch an Variation, da „The Few, The Proud, The Broken“ sehr abwechslungsreich gehalten ist, alleine durch die Tatsache, dass hier wieder die Akustik Klampfe ausgepackt wird um die getragene Stimmung zu verstärken und wieder in ein fulminantes Ende überzuleiten. Nummero 8 auf dem Album schimpft sich „Your Heaven My Hell“, welches mich durch seinen Sprechpart sehr stark an die Nummer „Voices Of The Dead“ vom 2005er Album „Enemy Of God“ erinnert. Der vorletzte Song lautet „Victory Will Come“, welcher ein wenig melodisch beginnt, nur um dann mit voller Wucht in die Gehörgänge einzuschlagen und sein Unwesen dort treibt. Hier hört man sehr schön den kratzigen Gesang von Mille heraus, einer der Trademarks von Kreator schlechthin. Allgemein ist der Song sehr melodisch gehalten, dennoch mit einem packenden Solopart ausgestattet, der einen in den Bann zieht. Die Schlussnummer heißt „Until Our Paths Cross Again“, welcher im Intro sehr stark an IRON MAIDEN erinnert, ist eine Midtempo Nummer, die einen mit sich trägt und durch den Song führt. Nur um sich dann im Verlauf des Songs zu einem reißenden Monster zu entwickeln und zum Abschluss den Hörer noch einmal ordentlich verprügelt. Jedoch wird der Song gegen Ende wieder langsamer, lässt kurz noch einmal den fulminanten Refrain wiederaufleben, nur um dann mit zarten Klängen dieses Meisterwerk zu beenden.
Fazit:
Die Ansprüche und Erwartungen an Kreator waren groß, nach ihrem Meisterwerk „Hordes Of Chaos“. Was sie hier jedoch mit „Phantom Antichrist“ abliefern, ist einfach der reinste Wahnsinn. Alle Ansprüche und Erwartungen werden hier regelrecht vernichtet und pulverisiert. Für mich persönlich ist dies hier eins der besten Thrash Metal Alben diesen Jahres und wird wohl im Metal als Klassiker und Meilenstein in die Geschichte eingehen.
Anspieltipps:
Alles
Tracklist:
Lineup:
01. Mars Mantra
02. Phantom Antichrist
03. Death To The World
04. From Flood Into Fire
05. Civilization Collapse
06. United In Hate
07. The Few, The Proud, The Broken
08. Your Heaven My Hell
09. Victory Will Come
10. Until Our Paths Cross Again