Ich weiß, Gossip ist kein Metal, kein Hard Rock etc. Doch hat man die beiden Vorgängeralben sich mal zu Gemüte getan, dann gab es da hier und da die coolen Gitarrenriffs, das fetzige Schlagzeug und eben eine Menge Indie-Rock – zumal darüber hinaus die Stimme von Beth sowieso einfach nur einzigartig ist. Und wenn eine wie eben die Frontfrau auch noch einige Rock- und Metalgrößen als Einfluss nennt, dann möchte ich mir das neue Werk mal gern antun und hier vorstellen.
Doch ich werde leider eher enttäuscht. Im Gegensatz zum Megaerfolgsalbum „Music For Men“ von 2009, bei dem die durchaus rockigen Kracher „Dimestore Diamond“, „8th Wonder“ und natürlich „Heavy Cross“ für das gewisse Etwas sorgten, besinnt sich die Gruppe mit ihrem neuen Longplayer lediglich auf die guten alten 1970/80er Jahre Disco-Sythie-Pop-Welt. Weniger Gitarren, weniger Schlagzeug, mehr Beats, Samples und somit eher Einfachheit (und somit mehr Gelegenheit für die Remixe dieser Radiozeit). Okay, der Erfolg des lt. Albums spricht für sich und sicherlich haben sie nun erst recht die Freiheit noch mehr Singles und eben Hits für den „Normalohörer“ zu produzieren, aber gerade der coole punkig-rockige Anteil hat ihnen doch so gut zu Gesicht gestanden. Und auch wenn der Opener „Melody Emergency” oder die funkige Nummer “Horns” sich durchaus gut hören lassen, so muss ich zugeben, dass einem die fetzige Gitarre usw. doch fehlt.
Betrachtet man jedoch die Platte mit einer Sythie-Pop-Brille, dann wird man nicht wirklich enttäuscht. Wer sich einen Mix aus Madonna und alten Depeche Mode vorstellen kann, der wird seine wahre Freude an diesem Album haben. Die Songs gehen schnell ins Ohr, bleiben auch hängen und können eben aufgrund der Stimme punkten. Disco-Tanzen und chillen ist also angesagt.
Fazit: Ich belasse die Rezension ohne Punktwertung, aufgrund der eher unrockigen Sparte von Gossip. „A Joyful Noise“ ist leider deutlich poppiger als der Vorgänger ausgefallen und somit mit weniger Gitarren ausgestattet. Kein Indie-Rock, keine punkigen Momente, es bietet lediglich eine Menge an hippigen Disco-Wave-Momenten, die sich allemal gut verkaufen lassen, aber hat man von diesen nicht schon seit mehr als 30 Jahren genug?!
Tracklist:
Lineup:
01. Melody Emergency
02. Picture Perfect World
03. Get A Job
04. Move In The Right Direction
05. Casualties Of War
06. Into The Wild
07. Get Lost
08. Involved
09. Horns
10. I Won´t Play
11. Love In A Foreign Place
ohne Wertung von Arturek (am 15.05.2012)
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musikalischer Background des Verfassers ...sehr viel
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