Reichliche zwei Wochen sind nun seit der Veröffentlichung des beeindruckenden Moonspell-Opus „Alpha Noir“ vergangen; Zeit genug für mich, mir die limitierte Edition des Werkes zu versorgen, deren Bonus-CD „Omega White“ ich noch nachträglich besprechen möchte.
War das brachiale Düstermetal-Gewitter auf „Alpha Noir“ schon Beweis genug, dass man einem so überaus gelungenem Album wie „Night Eternal“ durchaus noch einen würdigen Nachfolger hintenan setzen kann, darf man nicht vergessen, dass dies ja nur eine Facette des dunklen Outputs darstellt. Die Metal-CD steht zwar für sich alleine, ist aber ebenso untrennbar mit ihrem Schwesteralbum „Omega White“ verbunden. Hier wird die Geschwindigkeit zurückgeschraubt, clean gesungen und die Wunde versorgt, die der erbarmungslose Kampf auf „Alpha Noir“ hinterlassen hat. Auch hier gibt es quasi keinen einzigen Lückenfüller, jeder Song versprüht seinen eigenen Charme und liefert satten, verträumten Gothic Rock, wie man ihn von Moonspell schon allzu lange nicht mehr gehört hat, teilweise aber auch noch nie zu Ohren bekam. Wer hätte schon gedacht, von den Portugiesen jemals ein Stück wie das intensive „Incantatrix“ kredenzt zu bekommen? So fragil und zerbrechlich, gleichzeitig unweigerlich mitreißend, mit Drums wie galoppierenden Pferden, die den Song zu einem der emotionalen Höhepunkte des Albums hinführen, ebenso wie das hypnotisierende „New Tears Eve“, dessen Melodie den Hörer vom ersten Ton an in seinen Bann zieht.
Aber auch von den anderen Songs fällt kaum einer hinter den Rest zurück, was deren Intensität angeht. „Fireseason“ hätte ich mir genauso gut auf dem vergleichsweise ruhigen Album „Darkness and Hope“ vorstellen können; während „Herodisiac“ und „Sacrificial“ die kräftigen Gitarren wieder deutlicher in den Vordergrund stellen. Das abschließende „A Greater Darkness“ steigert sich zum Ende schließlich noch einmal grandios, bevor dann viel zu schnell Stille herrscht und der Finger nervös zur Replay-Taste huscht. Wie auch beim metallischen Zwilling kann ich an „Omega White“ keinen Makel ausmachen und vergebe hier gerne dieselben 9 Punkte, die es schon für die erste CD gab.
Tracklist:
Lineup:
01. Whiteomega
02. White Skies
03. Fireseason
04. New Tears Eve
05. Herodisiac
06. Incantatrix
07. Sacrificial
08. A Greater Darkness
musikalischer Background des Verfassers Dark Metal, Gothic Rock/Metal, Folk
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