Death, Midtempo-Thrash, etwas Doom - KINGDOM OF SALVATION picken sich von allem etwas feines heraus und machen stimmige Songs daraus. Und nein, das hier ist keine EP- die 6 Songs bringen es zusammen auf stolze knapp 45 Minuten! Die Leverkusener Band, gegründet anno 2003 von den Brüdern Jussi und David Pesch, hat mit „Into the Black Horizon“ ihren zweiten Longplayer am Start- jetzt unter Vertrag bei Yonah Records. Ihr Debutalbum „Lost in Chaos“ liegt nun schon 6 Jahre zurück in denen sie auch eine Menge Live-Erfahrung gesammelt haben. Und das hat sich scheinbar ausgezahlt, wie die Schallwellen aus den Boxen hier hören lassen!
„We are the Dead“ macht den Anfang, mit düsteren, treibenden Thrash-Riffs die etwas an good old Slayer oder auch Kreator denken lassen, und zwischendrin melodischen Einlagen leicht im Melodic-Schweden-Death-Stil. „Triumph of Deceit“ bietet eine ähnliche Mischung, und ist dabei wie schon der Opener dicht und atmosphärisch, bei schön fettem, rhythmusbetontem Sound.
Danach wird bei „The Glorious Humanity“ auch in die Tiefen des Dooms geschaut, was sich nicht zuletzt in den 9 ½ Minuten Länge zeigt. Aber auch dieser Song ist von feinen Thrash-/Death-Riffs durchzogen, was dafür sorgt dass es mit dem richtigen Pfeffer bei der Sache weiter abwechslungsreich bleibt. „Neverending“ geht mit etwas mehr Speed los, und bei dem Knüppelkracher „I am War“ wird die Höchstgeschwindigkeit des Albums erreicht. Der mit fast 14 Minuten wahrlich epische Schluss- und Titelsong „Into the Black Horizon“ ist wieder herrlich angedoomt mit immer wieder treibenden und melodischen Passagen.
Der raue Gesang fällt weder besonders positiv noch negativ auf, sondern ist hier schlicht und ergreifend passend präsent und lässt doch die Instrumente die Hauptwirkung verursachen. Die Texte gehen dabei, wie das genretypisch endzeitmäßige Artwork schon vermuten lässt, etwa in Richtung Gesellschaftskritik bis Weltuntergang.
Obwohl K.O.S. mehrere Stile nutzen, klingen sie nicht unentschieden, sondern wie aus einem Guss. Was Einprägsamkeit, in den Vordergrund spielen der wesentlichen Melodien und Riffs, sprich den Wiedererkennungswert einzelner Songs angeht, gibt es noch Steigerungspotenzial nach oben. Aber auch so bleibt das Album durch den Abwechslungsreichtum auch nach mehreren Durchläufen immer spannend, über Kopfhörer übrigens auch sehr zu empfehlen. Ihre Stärke liegt immer wieder im Bereich dichter Sound und Atmosphäre, womit K.O.S. richtig punkten können.
Also, wer nicht nur auf einzelne Stilrichtungen in Reinform steht, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. 7,5 Punkte- und bitte mehr davon!
Anspieltips: „We are the dead“, „Triumph of Deceit“, „I am War“, „Into the Black Horizon“, womit dann auch schon 2/3 der Songs genannt wären...
Tracklist:
Lineup:
1. We are the Dead
2. Triumph of Deceit
3. The Glorious Humanity
4. Neverending
5. I am War
6. Into the Black Horizon
musikalischer Background des Verfassers Gothic-, Death-, Doommetal, Rock´n´Roll, 70s...und was mich sonst bewegt von J.S. Bach bis Blackmetal.
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