Sammy „Shmoulik“ Avigal ist Namensgeber der fünfköpfigen Band „AVIGAL“ aus New York City, USA. Wer nun HardCore erwartet, so viel sei verraten, wird enttäuscht sein – Freunde des gepflegten Heavy Metal allerdings sollten dabei zumindest aufmerksam werden. Nach Selbstauskunft und nach etwas Stöbern im Internet www.shmoulik.com oder www.avigal.us findet man dann auch heraus, dass Herr Avigal schon seit mehr als 25 Jahres unterwegs ist und vielen Bands, die allerdings nie den Undergroundstatus überwunden haben, die Vocals verliehen hat.
Umso erstaunlicher und bewundernswerter, dass Avigal mit AVIGAL sich nicht entmutigen lässt und weiter macht und mit „UNBROKEN“ ein selbstproduziertes, selbstengineertes und natürlich auch selbstkomponiertes 14 Stücke umfassendes Album hinlegt mit mehr als 65 Minuten Spielzeit.
Angesichts der Selfmade-CD erwartete der unterzeichner hier aujch eher garagenmäßige Sound, schlechten Mix und drucklose Komposition – das kann man allerdings nicht behaupten. Ebengenannte Eigenschaften sind allesamt ordentlich bis gut, auch wenn der Sound natürlich nicht mit einer Rick Rubin – Produktion mithalten kann. Trotzdem in Ordnung.
Der Opener „Unbroken“ ist ein klarer Anspieltipp der Scheibe, eine fettes, schleppendes Riff, kurzweilig, wirklich ein prima Song. An Sammy Shmoulik’s Vocals muss man sich erst gewöhnen – er verleiht dem Ganzen ein 80’er / 90’er - Jahre - Flair mit einem Stimmklang irgendwo zwischen Rob Halford, David Coverdale und Ronny James Dio. Für meinen Geschmack sind aber grad Avigal’s Vocals eher zu undynamisch, zwar schön gesungen, aber heute etwas zu fad.
Die Gitarrenarbeit ist in Ordnung, nach „Unbroken“ kommt mit „Gates of Hell“ noch ein guter, auch gut strukturierter Song, wird aber mit „Demons Inside“ und vor allem „Sins of the Father“ dann doch schnell zu wenig abwechslungsreich, was auch mit „Rockit out“, einer potenziellen Rock-Hit-Auskopplung, auch nicht besser wird, was auch für die Ballade „Thank you“ gilt, schon 100 Mal gehört – schade. „Nightmare“ hat ein ähnlich gutes, eingängiges Riff wie „Unbroken“ zu bieten und lässt die CD zum Ende hin auch wieder etwas positiver erschallen, was auch für Song 14, „Terror“ gilt – auch wenn der Titel mehr Dynamik verspricht als er hält.
Fazit: Respekt grundsätzlich, und wer guten, klassischen Metal mag, ist hier richtig bedient. Alle anderen werden nichts Aufregendes und Überraschendes finden, und deutlich mehr Variabilität in Songstruktur, Tempo usw. hätte sehr geholfen. So kann ich mich nur zu 4 Punkten durchringen, zumal Cover, Artwork und Photos wirklich extrem selbstgemacht und schon fast Slapstickmäßig rüberkommen. Was bleibt, ist vor allem Respekt vor dem Engagement selbst und 2 wirklich gute Songs.
Tracklist:
Lineup:
1. Unbroken
2. Gates Of Hell
3. Demons Inside
4. Sins Of The Father
5. Mindless Creatures
6. Rockit Out
7. Thank You
8. Shaman's Song
9. Hell & Back
10. Riding The Wind
11. Wings Of Tomorrow
12. Nightmare
13. Far From The Future
14. Terror
4.0 Punkte von AndreasH (am 03.05.2012)
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