Die Historie der Band liest sich wie ein Buch über Rock’n’Roll. Grosse Musik, Erfolg, Drogensucht, Streitereien, Auseinanderbrechen und schlussendlich die Reunion. Tracii Guns, der kurz zuvor mit Axl Rose Guns n’ Roses gegründet hatte (jetzt wisst ihr endlich, wo der Name herkommt), entschied sich mit eigener Band an den Start zu gehen. Nach den üblichen musikalischen Differenzen wurde er durch Slash ersetzt und der Rest ist inzwischen Rockgeschichte. Mit den L.A. Guns schaffte Tracii es nie so richtig aus dem Schatten von Guns n’ Roses hervorzutreten. Nichtsdestotrotz verkauften sich die Alben, speziell das zweite, immerhin ein paar Millionen mal. In der aufkeimenden Sleaze-Szene in L.A gehörten sie mit zu den Megabands. Viele Wechsel musste die Band an Drums und Bass über sich im Laufe der Jahre ergehen lassen, aber die Bindung an Sänger Phil Lewis (Ex-Girl) blieb über die Jahre bestehen. Im Jahre 1989 veröffentlichte die Band ihr zweites und bis dato erfolgreichstes Album mit dem Titel „Cocked and Loaded“, welches die MTV Hitsingles „Ballad of Jane“ und „Never enough“ enthielt.
Nach vielem Hin und Her, Unstimmigkeiten in der Band, lösten sich die Guns in dieser Besetzung auf, um schliesslich in Originalbesetzung 1999 wieder auf Tour zu gehen und mit „A Night On The Strip“ ein Livealbum folgen zu lassen. Im Anschluss entschied sich die Band, das zweite Album nochmals neu aufzunehmen und unter dem Titel „Cocked And Re-Loaded“ erneut auf den Markt zu bringen. Warum nun allerdings nach über fünf Jahren das Album nochmals veröffentlicht wird, ist mir schleierhaft. Der Fan hat es damals ohnehin erstanden.
Aber egal, wir wollen schleisslich über die Musik reden. Für meine Begriffe hat das Album durch die Neueinspielung ein wenig an Frische verloren, was gerade das Original von `89 so ausgezeichnet hatte. Sicherlich greifen die Songs auch heute noch, ich persönlich ziehe aber eindeutig das Original vor (auch wenn es nicht mehr ganz so einfach zu bekommen ist), denn zu dem Zeitpunkt hatte die Band ihren Zenith des Schaffens erreicht und hat einen Klassiker des Genres geschaffen. Für alle, die das Original nicht besitzen, kann man die Neueinspielung jedoch ohne Bedenken empfehlen.
Warum sich Mausoleum in letzter Zeit häufig Wiederveröffentlichungen widmet, die auch nach wie vor noch regulär zu beziehen sind, bleibt mir ein Rätsel. Mit der Klasse der Albenauswahl befinden sie sich jedenfalls auf dem richtigen Weg.
Fazit: Hier muss jeder selber entscheiden, ob er das Album braucht oder nicht. An der Klasse der Songs liegt es auf jeden Fall nicht. Nur über den Sinn und Zweck einer Neueinspielung kann man halt geteilter Meinung sein. Die Songs sind jedenfalls auch heute noch absolute Spitze.
Tracks:
1. Letting go
2. Slap in the face
3. Rip and tear
4. Sleazy come easy go
5. Never enough
6. Malaria
7. Ballad of Jayne
8. Magdalaine
9. Give a little
10. I’m addicted
11. Seventeen crash
12. Showdown (Riot on Sunset)
13. Wheels of fire
14. I wanna be your man
8.0 Punkte von Christoph (am 22.04.2005)
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musikalischer Background des Verfassers Melodicrock allgemein, AOR, True Metal, Prog-Metal
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