Die CANCER BATS fallen bei mir mal wieder in die Kategorie „Schade, dass ich von dieser Band nicht schon vor ein paar Jahren Notiz genommen habe“. Zugegeben, weder Band- oder Albumtitel noch das Artwork laden zum ausgiebigen Probehören beim lokalen Plattendealer ein, aber hinter der schnöden Fassade lauert doch ein amtliches Stück Musik. Von den Qualitäten der Band scheint auch das namhafte Label Roadrunner Records überzeugt zu sein.
Der Titel des dritten Full-Length-Output der Kanadier listet übrigens die Spitznamen der vier Mitstreiter auf und soll deren engen Zusammenhalt als vollwertige Band verdeutlichen. Bis dato werkelte man nämlich lediglich zu dritt und verstärkte sich nur auf der Bühne mit einem Live-Bassisten.
Zugetragen wurde mir diese Scheibe unter der Rubrik Hardcore, aber das ist nur oberflächlich zutreffend denn die CANCER BATS haben erfreulicherweise wesentlich mehr zu bieten. Der Stil von Schreihals Liam passt zweifelsohne zum ersten Eindruck, aber die Instrumental-Fraktion fährt neben schnellen Hardcore-Brocken noch ein anderes Geschütz auf, das mehr als stimulierend auf die Nackenmuskulatur wirkt. Genauer gesagt werden die Tracks durch satte und groovende Riffs erweitert, die eine gewisse Affinität zu Bands der New Orleans Connection aufweisen und entsprechend Doom- und Stoner-lastig sind, aber trotzdem saumäßig rocken. Bei „Sleep This Away“ und „Darkness Lives“ hört man das besonders eindrucksvoll. Überhaupt ist es eine wahre Freude, wie selbstverständlich und natürlich die Jungs ihrem rabiaten Stil einen zerstörerischen, aber anziehenden Charme einhauchen. Wer kann, der sollte sich die Band im Juni mal live anschauen, z. B. beim Rock Am Ring / Rock Im Park.
Und wie es bei vielen Bands heutzutage üblich ist, darf auch bei den BATS eine Coverversion nicht fehlen, dieses Mal in Form von „Sabotage“ von den Beastie Boys. Ein zeitloser Gassenhauer, mit dem die Band gerne ihre Live-Auftritte abrundet. Die Resonanz war so groß, dass der Song nun auch auf Tonträger gebannt wurde.
Fazit: Die CANCER BATS-Mixtur aus Hardcore und dreckigem, groovendem Rock/Metal schlägt ein wie eine Bombe. Definitiv ein Album, das jeden introvertierten Bewegungsmuffel aus der Reserve lockt.
Tracklist:
Lineup:
01. Sleep This Away
02. Trust No One
03. Dead Wrong
04. Doomed To Fail
05. Black Metal Bicycle
06. We Are The Undead
07. Scared To Death
08. Darkness Lives
09. Snake Mountain
10. Make Amends
11. Fake Gold
12. Drive This Stake
13. Raised Right
14. Sabotage
musikalischer Background des Verfassers Anfänge mit 80er Heavy- und 90er Death-Metal, inzwischen findet auch alles jenseits des metallischen Paralleluniversums bei mir Gehör
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