Über fünfzig Minuten Musik aufgeteilt in drei Songs, von denen einer auch noch ein dreiminütiges Intro ist: Bei „Golgotha“ kann es sich nur um Doom Metal handeln. Und richtig: Die drei Brüder Johannes (23 Jahre, Gitarre), Maximilian (20, Drums) und Simon (21, Piano, Keyboard) haben sich unter dem Namen Barabbas Ultra-Slow Piano Doom-Metal auf die Fahnen geschrieben. Und sind dabei dummerweise mit sehr intellektueller und innovativer Musik an einen dogmatischen Rezensenten geraten, der zu alt und zu schwerfällig ist, um über seinen eigenen Schatten zu springen. Zunächst einmal seht ihr schon an der Auflistung der Instrumente, dass wir es hier mit einer rein instrumental agierenden Formation zu tun haben. Mit so etwas konnte ich mich noch nie anfreunden. Zudem kann ich die Wahl der Schublade Doom nur schwer nachvollziehen. Denn Doom ist nicht gleich langsam. Zwar zitieren Barabbas durch die Wahl ihrer Themen im Bandnamen biblische Elemente, doch in ihrem Sound findet man keine sakralen Komponenten. Traurigkeit, innere Zerrissenheit und Verzweiflung („Golgotha“) und auch depressive Wut („Lost“ - wenn man sich mal durch den viel zu entspannten Beginn gekämpft hat) kann man zwar hier und da in den vom Trio entworfenen Soundkaskaden ausmachen. Doch werden diese Stimmungen, die ja durchaus einen Doom Song bestimmen können, immer wieder zerstört durch gotisches Piano Geklimper und schwarzgotisch entspannte Harmonien. Dafür fehlt ein wirklich böser Bestandteil, der meiner Meinung nach zu jeder guten Doom Band gehört, völlig. Barabbas agieren gekonnt, aber viel zu lieb. Und letztendlich ist es wirklich nicht jedermanns Sache, einem fast dreißigminütigen Slow Motion Instrumental zu lauschen.
Zunächst war ich versucht, diese Band mit fünf Punkten wenigstens Genrefans ans Herz zu legen. Aber ein solcher bin ich selbst, und ich fand keinerlei Gefallen an „Golgotha“. Somit wenden sich Barabbas an Maniacs und Puristen. Die drei sind intellektuelle Musiker, die weit mehr als bloße Unterhaltung bieten. „Golgotha“ ist ein sehr spezielles Album für sehr spezielle Leute. Solche Leute habe ich persönlich noch nicht getroffen, aber letztendlich gibt es ja heutzutage da draußen für alles einen Abnehmer. Die anspruchsvollen Kompositionen und künstlerischen Visionen von Barabbas sind es mit Sicherheit wert, gehört zu werden. Ich weiß nur nicht so recht, wer diesen Job übernehmen soll.
Tracklist:
Lineup:
1. I.N.R.I.
2. Golgotha
3. Lost
4.0 Punkte von Christian (am 21.10.2007)
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musikalischer Background des Verfassers Maiden, Epic Viking Metal, Doom Metal, True Metal, Heavy Metal, Power Metal, Old School US Metal, 80ies Thrash
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